Die Faszination der elektrischen G-Klasse

jesmb konnte die elektrische G-Klasse testen – zu Recht eine Ikone


Die G-Klasse wird seit 1979 gebaut und war ursprünglich für das Militär und den Forstbetrieb gedacht. Über die letzten beiden Jahrzehnte ist sie auch immer beliebter bei der kaufkräftigen Kundschaft geworden.

Die G-Klasse hat mit den höchsten AMG Anteil über alle Mercedes Baureihen.


Seit 2024 gibt es die G-Klasse auch elektrisch. Die drei Differenzialsperren simulierte die elektrische G-Klasse über die 4 radnahen E-Motoren. In Summe leisten sie 587 PS.


In die G-Klasse steigt man nicht ein, man klettert hinauf.

Mit rund 2m Höhe überragt man die SUV im Straßenbild deutlich.


Die Türen schließen nicht – sie fallen, mit dem seit 1979 ikonisch Geräusch, ins Schloss.

Die G-Klasse ist eine Festung.
Die senkrechte Windschutzscheibe bei der gleichzeitig hohen Sitzposition bietet einen tollen Ausblick. Diese Sitzposition fühlt sich herrschaftlich an.

Die Sitze kommen aus einer guten Zeit, als die Mercedes Ingenieure noch nicht sparen mussten. Es gibt derzeit Mercedes Modelle mit 8 verschiedenen Massageprogrammen (EQE, EQS, E-Klasse, S-Klasse), aber die fahraktiven Multikontursitze gibt es sonst nur noch in der S-Klasse. Zuletzt hatte ich diese Sitze in meinem E 350e (W213) im Jahr 2016.


Während man also über diverse Massageprogramme schön verwöhnt wird, bläst sich die Seitenwange bei der Kurvenfahrt auf und gibt einem sehr guten Halt.


Die Sitze sind einfach traumhaft.

Durch die 4 E-Motoren mit jeweils einer Low-Range Programm sowie der 117 kWh großen Batterie kommt der G 580 EQ auf ein Leergewicht von 3.085 kg.

Die Lenkung arbeitet angenehm, sodass man die G-Klasse leicht steuern kann. Das Fahrwerk nimmt die Panzerplatten im Sylter Norden mit Leichtigkeit, es gibt kaum Aufbaubewegungen, sodass man die Geschwindigkeit gar nicht so spürt.

Der G 580 EQ beschleunigt mit den 587 PS und den 1.164 NM die fast 3,1t in 4,7s auf 100 km/h: sehr sportlich. Allerdings merkt man hier das Gewicht deutlicher als beim C 400 4matic EQ (mit rund 2,5 t). Er wird ganz linear auf 100 km/h (und ohne Zucken) katapultiert.

Im G 580 EQ ist bei der Beschleunigung auf der noch leicht feuchten Straße mehr Bewegung drin. Bei der Beschleunigung geht der G 580 EQ vorne hoch wie eine Motoryacht im Mittelmeer. Ein eindrucksvolles Schauspiel. In der Lenkung merkt man dadurch aber auch, dass die Vorderachse gerne mal nach links oder rechts ausbrechen will. Die Vorderachse wird halt bei der enormen Beschleunigung deutlich entlastet und macht sie leicht. Man spürt hier die Gewalt der 4 E-Motoren.

Mercedes G 580 elektrisch

G-Roar kein Marketing Blabla – ein tolles authentisches und dezentes Erlebnis


Mit dem G-ROAR hält ein einzigartiges Sounderlebnis Einzug in die elektrische G-Klasse. Der charakteristische Fahrsound ist von den emotionalen V8-Sounds der Baureihe inspiriert und untermalt die Leistungsentfaltung des G 580 EQ eindrucksvoll akustisch. Dabei brilliert er mit seinen tiefen Bässen und sonoren Klängen. Der Sound ist authentisch. In der G-Klasse bleibt aber angenehm im Hintergrund. Er ist keinesfalls so auf Krall gebürstet wie der neue V8 Mode vom AMG GT 4-Türer (C590) inkl. Misfires, sondern übersetzt das tiefe und bassige V8 blubbern ganz dezent und zurückhalten in das Elektrozeitalter. Toll umgesetzt!

Aber auch bei einer anderen Disziplin bleibt die G-Klasse sich treu: Mit viel Detailarbeit an Motorhaube und Dichtungen des Dachs und der Windschutzscheibe konnte Mercedes den cW-Wert von 0,51 auf 0,44 senken, aber gering ist der Luftwiderstand deswegen noch lange nicht. Seit dem neusten ÄJ-2026-1 kommt der G 580 EQ mit der nun 117 kWh nutzbaren Batterie 479 km weit. Die Ladeleistung stieg auf 210 kW. Der Ladehub von 10-80% dauert nun 29 min statt 32. Die schiere Höhe von knapp 2,0 Meter und der cW-Wert machen es dem elektrischen Triebstrang jedoch nicht leicht auf der Autobahn.

Im Test auf Sylt lag der Verbrauch auf der Landstraße bei 27 kWh / 100 km, was zu einer Reichweite von 433 km führt.

Wer die G-Klasse in der Stadt einsetzt kommt bis zu 670 km weit (weiter als ein G 63 AMG). Die WLTP Autobahnreichweite gibt Mercedes mit rund 350 km an. Hier wäre dann ein 800 Volt Hochvoltsystem hilfreich um die 29 Minuten Ladezeit noch etwas zu verkürzen.

Am Ende ist und bleibt auch die elektrische G-Klasse eine Ikone. Sie verzaubert ihre Insassen auf eine charmante Art und begeistert auch Menschen die gar nicht autoaffin sind.
Mit dem elektrischen Triebstrang gibt der Slogan des 15 Jahre alten TV-Sports umso mehr Sinn: One with the nature!

Weitere Informationen:

Mercedes G 580 EQ: die Änderungen für das neue Modelljahr

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4 Responses

  1. Ich hatte die Möglichkeit, den G580 über’s Wochenende zu fahren und war absolut fasziniert! Das wäre für mich definitiv die einzige G-Klasse die ich jemals kaufen würde! Der Sound von G-ROAR ist künstlich geschaffen besser als der Original-Motorsound vom G500! Ich war auch mit der Ladeleistung absolut zufrieden, denn wann fährt man schon mal hunderte von Kilometern über die Autobahn!? Auf jeden Fall definitiv die einzige G-Klasse die wenigstens halbwegs Sinn macht. Auch bei der elektrischen G-Klasse ist natürlich nicht alles grün … aber der G63 ist dagegen eine richtige ‚Umwelt-Dre..-Sau‘ 😉!

  2. Ich fand die G-Klasse genial, bis ich Sie gefahren bin. Dann war mir schlecht. Aber, man muss Ihr lassen: G-ROAR ist geil!

    Wenn mein Nachbar eine kauft, muss ich allerdings umziehen. So wie das Ding im Stand brummt und wie die Türen knallen, … reine Lärmbelästigung.

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