Wie weit kommt der AMG GT 63 4matic+ bei 300 km/h?

Die neuen AMG GT 4-Türer überzeugen durch einen großen Akku und eine enorme Ladegeschwindigkeit


Inzwischen sind drei Motorvarianten für den AMG GT 4-Türer (C590) bestellbar.


Der effizienteste ist der AMG GT 53 4matic+ mit dem 2-Gang Getriebe an der Hinterachse. Seine vom EQS entliehene eATS2.0-Large Maschinen leisten 544 PS. Er kommt 809 km weit und für 1.190 EUR lädt er mit 600 kW statt 350 kW. Dadurch reduziert sich der Ladestopp für den Ladehub von 10-80% von sehr guten 16 Minuten auf extreme 11 Minuten.


Zudem hat er die AMG Batterie mit direkter Batteriezellkühlung mit 106 kWh. Sein cW-Wert liegt bei 0,21 und die Stirnfläche bei 2,44m².

Die beiden AMG GT 55 4matic+ und AMG GT 63 4matic+ Modelle sind etwas mehr auf Querdynamik optimiert und haben daher mit 0,22 einen marginal schlechteren cW-Wert. Des Weiteren ist die Stirnfläche mit 2,48m² um 0,04 m² größer. Damit ist der Luftwiderstand um 6,48% größer (verglichen mit dem AMG GT 53 4matic). Dies lieg daran, dass der AMG GT 53 serienmäßig auf 19 Zoll LM-Rädern ausgeliefert wird, während die AMG GT 55 & 63er Modelle mit 20 Zoll-LM Räder ausgeliefert werden, die zu mehr Luftverwirbelungen führen und daher einen um 0,01 schlechteren cW-Wert aufweisen. Für die brutale Beschleunigung in 2,4s auf 100 km/h kommen bei den großen Modellen zudem breitere Reifen zum Einsatz. Sie sind vorne 2 und hinten 3cm breiter. Das führt zu der leicht größeren Stirnfläche.

Mercedes-AMG GT 4-Türer
Ordentlich Zug auf der Kette: AMG GT 63 4matic+ mit 1.169 PS

Zudem hat der AMG GT 53 4matic+ „nur“ 2 statt 3 E-Motoren. Des Weiteren hat er eine geringere Serienausstattung (es fehlt bspw. die Hinterachslenkung) und somit spart man in Summe über die gesamte Ausstattung 85 kg Gewicht.


Die Berechnung nimmt an, dass die Außentemperatur bei 20 Grad liegt (wegen der Luftdichte). Für den AMG GT 53 wurde ein Wirkungsgrad von 93% angesetzt. Bei den AMG GT 55 und AMG GT 63 wurde ein durchschnittlicher Wirkungsgrad von 91% unterstellt, da hier das 2-Gang Getriebe fehlt wird die Varianz im Wirkungsgrad etwas höher sein.

Wie weit kommen die elektrischen Mercedes AMG GT 4-Türer bei welcher Geschwindigkeit (Konstantfahrt, ohne Steigung und Beschleunigung):


Der AMG GT 53 4matic+ fährt serienmäßig 230 km/h. Mit dem AMG Drivers Package erhöht sich seine Vmax auf 250 km/h. Die beiden größeren Brüder mit dem V8 Mode laufen serienmäßig 260 km/h. Auch sie sind mit AMG Drivers Package erhältlich. Dann endet ihr Vortrieb erst bei 300 km/h.

GeschwindigkeitReichweite in km
[km/h]AMG GT 53 4matic+AMG GT 55 / 63 4matic+
501.2161.151
601.1401.075
701.051989
80960900
90871815
100788736
110712663
120643598
130582541
140527489
150479444
160436404
170398368
180364337
190334309
200307284
210284262
220262242
230243224
240225*208
250210*194
260 181
270 169*
280 158*
290 148*
300 139*

*mit AMG Drivers Package

Fazit:

Die neuen elektrischen AMG GT 4-Türer (C590) kommen bei sehr flotter Fahrweise auf höhere Reichweiten. Bei 150 km/h sind zwischen 444 und 479 km möglich. Bei 200 km/h liegt man bei 307 km für den AMG GT 53 4matic+ sowie 284 km für die GT 55 / 63 Modelle.
Wer richtig freie Fahrt hat kommt bei 300 km/h mit den AMG GT 55 und 63 4matic+ Modellen rund 140 km weit. Das entspricht rund 76 kWh auf 100 km. Wäre der AMG GT 4-Türer mit einem Verbrennungsmotor mit einem typischen Wirkungsgrad ausgestattet läge sein Verbrauch bei knapp 30 Liter auf 100 km. Bei einem 80 Liter Tank wäre die Reichweite dann 260 km. In der Praxis werden sie eher näher zusammen liegen, da man selten 300 km/h frei Fahren kann. Der elektrische AMG GT rekuperiert bei Bremsvorgängen, während der Verbrenner die Energie durch die mechanischen Bremsen in Wärme vernichtet.

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15 Responses

  1. Na endlich!!

    Jetzt müssen nur noch Mercedes und Ionity alle 100 km entlang deutscher Autobahnen ein paar 600-kW-Säulen aufstellen, und schon kommt man mit dem GT sehr zügig von A nach B. 😉

    1. Genau so sieht es aus, aber 400 KW würden schon reichen um das Trauerspiel auf deutschen Autobahnen zu beenden und der Mercedes lädt ja eh nicht schneller…
      Da bringt es auch nichts Ladesäulen auf PWC zu installieren und diese dann über ein halbes Jahr nicht frei zu geben, aber das Jahr ist ja auch noch nicht rum und die Hoffnung für die 5 PWC stirbt zu letzt.

      1. Wieso lädt der nicht schneller als 400 kW?! Mit der passenden SA lädt er doch mit 600 kW, darauf hatte sich ja mein Kommentar bezogen. Aber tatsächlich finde ich bereits die Abdeckung allein von Ionity mittlerweile schon ziemlich ordentlich, jedenfalls in Deutschland und dem Rest Nordeuropas. (In Süditalien sieht’s in der Tat noch ein bisschen löchrig aus, aber da war ich noch nie mit dem Elektroauto.) Und mit den Preferred Partners von MB.Charge sind auch die verbliebenen Lücken ganz gut gefüllt.

        1. ich finde das schon fast ein Wunder. Du schaffst bei forcierter Fahrweise an die 350km. Ich geh mal davon aus, dass ein V8 Biturbo auch nicht unter 18-20 Liter zu bewegen ist wenn man immer wieder durchlatscht und stark bremst. Tankinhalt, je nach Auto 66-80 Liter (inkl. Reserve!). Wenn man es dann so richtig eilig hat, muss man natürlich bei Tank+Rast den Karren mit super+ mit 250€ wieder auffüllen. Okay, über Geld spricht man ja nicht…

    2. Ist noch keiner drauf gekommen: Der Verbrenner GT63 verbraucht übrigens bei Tempo 300 satte 75 bis 90 Liter auf 100 Kilometer und kommt damit noch nicht einmal oder gerade so 100 Kilometer weit!!! Also wer meckert da noch über die Reichweite des elektrischen GT63!?!?!? 🙂

  2. Bei meist freier Bahn liegen Realverbräuche nahe am Wert „Schnitt = v konst“.
    Getestet [EQB] bei Tempomat 130 (Schnitt 119, ca. 19kWh/100km), dto 120 (Schnitt 113, ca. 18kWh/100km), dto 160 (Schnitt 140, ca. 25kWh/100km).

    Das ergäbe beim 53er also bei einem Solltempo von 180 einen guten Verbrauch von nur 26-27kWh/100km. Ergo: extrem autobahntauglich.
    Man wird real 95% (C-Rate !) der angestrebten 90% SoC ausfahren können = 340km Reichweite. 🙂

  3. Genau wie prognostiziert: Bei BAB-Tempi zw 160 und 180 werden aus den 680km WLTP wieder 350-370 reale Kilometer. Der Fortschritt bspw. zum EQE53 schrumpft auf 50-70km, trotz AFM und 15% grösserem Akku.

    1. Die WLTP-Werte des GT liegen ca. 30% über dem EQE 53. Der Abstand wird auch bei höheren Geschwindigkeiten ähnlich sein. Das finde ich jetzt nicht so schlecht. Zumal der GT ja eine ganze Ecke größer ist. Außerdem erhöht eine größere Reichweite ja auch die Flexibilität bei der Auswahl der Ladesäulen, weil der Aktionsradius größer wird und die Reserve, die man in der Batterie lassen muss, relativ gesehen kleiner. Dazu noch die deutliche Verkürzung der Ladezeit. Insgesamt würde ich das schon als deutlichen Sprung ansehen.

      Wer allerdings Wunder erwartet hat, wurde enttäuscht. 🙂

      1. Stimme zu dass Reichweite und Ladegeschwindigkeit besser geworden sind. Wobei ich die Ladekurve am 400kW und 600kW Lader in Realität erstmal sehen möchte.
        Die Reichweite ist mir wichtiger als Ladegeschwindigkeit (Stichwort ‚Rüstzeiten‘). Ich muss wohl meine Erwartung zurückschrauben dass bereits mein Nächster bzgl. Langstrecken mit AMG-Tempo wieder zum V8 aufholt.
        Das ist ja das Spannende am Generationswechsel bei sen Antriebsarten.

        1. Bis bzgl. Reichweite und Ladegeschwindigkeit wirklich Gleichstand herrscht, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern. Aber der Abstand wird immer kleiner, und der EV hat zudem ja noch jede Menge andere Vorteile ggü. dem Verbrenner. Von daher wird der Kundenkreis, der sich partout nicht vom Verbrenner lösen kann, immer kleiner.

          Ich hab mich mittlerweile auch damit abgefunden. Die finanziellen Vorteile sind einfach zu groß, vor allem, seit der Strom das halbe Jahr über vom Dach kommt. So viel ist mir das bisschen Vorteil bei Reichweite und Nachtanken dann auch nicht wert. Zudem will ich auf die ganzen anderen EV-Vorteile einfach nicht mehr verzichten: Vorklimatisierung, auf Wunsch absolute Ruhe im Karton, (nahezu) unterbrechungsfreier Durchzug vom Start weg bis zur Vmax, immer sofort die volle Leistung beim Druck aufs Gaspedal, ohne erst ein paar Gänge runterschalten zu müssen; abseits der Langstrecke praktisch nie zur Tankstelle fahren zu müssen, weil die Kiste morgens immer voll ist

          Sieht man ja in Dänemark, wie schnell das gehen kann. Kaum wird der EV finanziell noch mal spürbar attraktiver gestellt, so dass auch der letzte kapiert, wie viel Geld er damit spart, schon kauft über Nacht praktisch keiner mehr einen Verbrenner. Reichweite und ggf. fehlende Lademöglichkeiten sind für die allermeisten Kunden dann offenbar plötzlich keine ausschlaggebenden Argumente mehr.

    1. als erfahrener Elektrofahrer kann ich sagen, dass 11 Minuten verdammt kurz ist bei der ermittelten Reichweite. Bis jetzt kam ich mit den ca. 30 Minuten vom i4 immer ganz gut klar. Wenn man leer losfährt weil man nicht laden konnte, ist das mit dem AMG natürlich ein Traum. In Zukunft werde ich vermutlich öfters mal das Auto umparken müssen. Bei mir ist es aber nur der GLB mit knapp über 20 Minuten.

  4. Schöner fände ich die Headline andersherum: “ Der GT schafft 1.216 km Reichweite bei 50 km/h“. Bei 300 km/h hat doch auch jeder Sportwagen mit Verbrennermotor kaum Reichweite und schafft auch nicht mehr als die o.a. Werte des elektrischen GT. Bei Ferrari, Porsche und Co. habe ich bei der Geschwindigkeit von 300 km/h doch einen Verbrauch jenseits der 30 bzw. 40 Liter.

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