Die LFP Batterie verhält sich etwas anders als die NMC Zellchemie und sollte alle 6 Monate kalibriert werden
Mercedes bringt nun mit dem CLA 200 EQ die günstige und robuste LFP Zellchemie in den CLA. Durch die herausragende Effizienz des CLA EQ kommt man mit der 58 kWh großen LFP Batterie bis zu 541 km. Die Ladeleistung liegt bei 200 kW und man kann von 10-80% in 20 min noch 2 min schneller auf 80% laden als bei der NMC Batterie im CLA 250+ und CLA 350 4matic EQ.
Wie bei anderen Herstellern auch hat die LFP Batterie die Besonderheit das der Spannungsunterschied einer jeden Zelle zwischen leer und voll nicht so groß ist wie bei einer NMC Batterie. Das erschwert die Ermittlung des korrekten SoC (Ladezustands).
Damit das Batteriemanagementsystem den Ladezustand nach längerer Zeit noch zuverlässig ermitteln kann ist eine vollumfängliche Batterie Kalibrierung von seitens des Herstellers empfehlenswert.
Ohne Kalibrierung werden die Anzeigen zu Reichweite und Ladezustand sowie die Ladeleistung zum Schutz der Batterie immer konservativer. Dies wird durch eine erfolgte Kalibrierung wieder genau.
So kalibriert man die HOCHVOLTBATTERIE VOLLSTÄNDIG (nur CLA 200 EQ)
Um die aktuelle Batteriekapazität zu ermitteln, wird empfohlen alle sechs Monate eine vollumfängliche Kalibrierung durchzuführen (beim CLA 250+ und CLA 350 4matic nicht erforderlich).
Schritt 1: Das Fahrzeug mit unter 15% Ladezustand abstellen.
Schritt 2: Das Fahrzeug mindestens 6 Stunden, idealerweise über Nacht, stehen lassen. (das Fahrzeug nicht entriegeln während dieser Zeit und keine Vorklimatisierung aktivieren)
Schritt 3: Das Fahrzeug wie gewohnt nutzen (mit den 15% State of Charge, sind ca. 70 km).
Schritt 4: Das Fahrzeug bei einem der nächsten Ladevorgänge im verriegelten Zustand zu 100% aufladen, bis der Ladevorgang selbständig endet.
Schritt 5: Das Fahrzeug für mindestens weitere 3 Stunden parken, idealerweise über Nacht und verbunden mit der Ladeinfrastruktur. Bei Bedarf findet in diesem Fall automatisch ein Nachladen statt.
Dieser Vorgang sollte bei Temperaturen über 10 Grad Außentemperatur durchgeführt werden.
Die Schnellkalibrierung wird alle 3.000 km empfohlen.
Die Schnellkalibrierung funktioniert wie folgt:
Schritt 1: Keine Ladefunktionen wie bidirektionales Laden und externe Ladepläne nutzen, die eine vollständige Ladung verhindern könnten.
Schritt 2: Das Fahrzeug im verriegelten Zustand zu 100 % aufladen, bis der Ladevorgang selbständig endet.
Schritt 3: Das Fahrzeug für mindestens weitere 3 Stunden parken, idealerweise über Nacht und verbunden mit der Ladeinfrastruktur. Bei Bedarf findet in diesem Fall automatisch ein Nachladen statt.
Im Gegensatz zu den NMC Akkus, wenn man nicht gerade auf eine lange Reise geht, im Alltag am Besten nur auf 80% lädt, soll und kann man den LFP Akku in regelmäßigen Abständen ruhig auf 100% laden.
Für Fahrer ohne eigene Wallbox zu Hause oder Lademöglichkeit am Arbeitsplatz ist der Vorgang etwas schwieriger. Daher empfiehlt es sich hier vermutlich für 654 EUR den 22 KW AC Lader zu bestellen. So kann man die Prozedur an einem Arbeitstag auf der Arbeit so gerade schaffen.
Vielen Dank für den Hinweis zur LFP Akku Kalibrierung gehen an Dirk und Gwangi





















11 Responses
Besten Dank für die Klarstellung. 🏋️
Danke für die Info. Das scheint mir ein wesentlich angenehmeres Verfahren zu sein, als den Akku wie bei anderen LFP-Fahrzeugen wöchentlich auf 100% volladen zu müssen.
Es wäre interessant zu wissen, wie stark der angezeigte SOC tatsächlich abweicht, wenn man dieses aufwendige Kalibrierungsverfahren nicht durchführt. Bei einer Differenz von etwa 5 % könnte ich gut damit leben und würde die Kalibrierung nur alle 10.000 km vornehmen.
Zum Vergleich: Bei meinem Specialized E-Bike schreibt der Hersteller lediglich vor, den Akku jede 10. Ladung auf 100 % zu bringen, um die Reichweitenanzeige zu justieren – ein weitaus einfacheres Prozedere.
Abschließend stellt sich mir die Frage: Ist ein so komplexer Vorgang einem Kunden im Premium-Segment heutzutage wirklich noch zuzumuten?
Die letzte Frage ist die Königsfrage. Ja, MB testet aus, wie tief man sinken kann um den Bodensatz der Kunden/ Markenfans auszuloten.
Entfall, Entfeinerung, Minderung usw. Die Relation Rückrufe zu Preis / Leistung ist atemberaubend schlecht.
Hier geht man davon aus, dass die ganz spitzen Rechner (DW-Grenze) über die ersten 30.000km keine Kalibrierung durchführen und mit Ungenauigkeiten leben können, da diese Klientel ohnehin immer ängstlich lädt und mit realen 300km Reichweite gut hinkommt.
Solange eine Kalibrierung erst zum Zeitpunkt des Wiederverkaufs genauso effektiv und präzise wird, kann man damit leben.
Meine entscheidende Frage ist: wird die Kalibrierungsmeldung irgendwann verschwinden oder monatelang nerven? Unterirdisch, aber dem Laden zuzutrauen ist auch, wenn nicht wegklickbare Meldungen „Ihr Kartenabo ist abgelaufen, keine Navigation möglich oder ungenau“ etc. etc. folgen…
Um auf deine Frage zu antworten: Ja, ich halte es für zumutbar, aber man muss es eben auch wissen. Wenn‘s angezeigt wird, umso besser.
Dass LFP-Akkus gelegentlich kalibriert werden müssen, ist bei allen Akkus so und hat nichts mit Mercedes oder Premium zu tun. Das ist so wie Kaffeemaschine entkalken. Das kann man häufiger oder weniger häufig machen. Selbst mein iPhone SE mit NMC-Batterie musste ich mal zweimal hintereinander auf 0 % und 100 % laden, damit es wieder einwandfrei funktionierte.
Ich halte den Vorgang auch nicht für komplex. Du kommst von einer größeren Fahrt zurück und hast vielleicht noch 8 % SoC. Dann lässt du dein Auto drei Stunden in Ruhe, steckst es ein und lässt es über Nacht eingesteckt – fertig. Was ist daran komplex?
Ja ich bin total bei Dir. Für mich ist es genauso wie Du schreibst.
Für Kunden ohne eigene Wallbox ist es aber nicht ganz so einfach…. Auch wegen der Blockiergebühr an öffentlichen Ladesäulen, wobei Mercedes jetzt bei den STadtwerken ja 8h ohne Blockiergebühr herausgehandelt hat.
Wird das prominent im Infotainment angezeigt? Sonst macht das doch eh keiner, der nicht so E-Auto-affin wie mancher von uns ist.
Und ja, Bedienungsanleitungen sind nett, aber wie viele lesen die wirklich mal vorher durch? Die wichtigsten Sachen müssen aktiv an den Fahrer herangetragen werden…
Ja es wird im MBUX angezeigt:
„Falls im Menü Service im Multimediasystem ein Eintrag Hochvoltbatterie-
Kalibrierung angezeigt wird, folgen Sie den dortigen Anweisungen.“
Also kein CLA 200 EQ ohne eigene Wallbox. Schade.
Mit dem 22 KW OBC geht es schon besser.
Das hat schon Slapstickpotenzial. Angenommen, ich besitze eine Wallbox daheim und die Zeit sowie den inneren Willen, diesen Prozess mitzumachen. Dann stellen sich für mich folgende Hürden:
– „Über 10 Grad Celcius“ Mag für den süddeutschen Entwickler unvorstellbar sein, aber es gibt Länder, in denen das im Jahreverlauf gar nicht so oft vorkommt. Was dann?
– „Schritt 3: Das Fahrzeug wie gewohnt nutzen (mit den 15% State of Charge, sind ca. 70 km)“ was, wenn meine Gewohnheit mehr als 70km Nutzung enthält?
Und die Erklärung, das sei nun mal technologisch notwendig, ist die falsche Schlussfolgerung. Richtig wäre: wir finden eine Lösung ohne Kundenbeeinträchtigung (DPF Reinigung als Stichwort) oder wir lassen es.
PS: Die Schnellkalibrierung ist näher am Leben dran.