Volvo EX60 gegen GLC 400 4matic EQ: neuer Gegner

Der Volvo EX 60 bietet bis zu 117 kWh Akku und 810 km Reichweite – nachladen geht in rund 19 min

Auf der IAA 2025 war der große Schlagabtausch zwischen den Weltpremieren vom BMW iX3 und dem GLC EQ. Beide bieten 800 Volt Technologie. Nun kommt der Volvo EX60 dazu. Er wurde in Göteborg entwickelt und wird inkl. E-Motoren auch dort produziert. Volvo sagt mehr Schweden ginge nicht.

Volvo bietet vom EX60 drei Antriebe an:

  • Volvo EX60 P6 RWD mit 374 PS, 5,9s auf 100 km/h, 80 kWh Akku netto und 620 km Reichweite
  • Volvo EX60 P10 AWD mit 510 PS, 4,6s auf 100 km/h, 91 kWh Akku netto und 660 km Reichweite
  • Volvo EX60 P12 AWD mit 680 PS, 3,9s auf 100 km/h, 112 kWh Akku netto und 810 km Reichweite

Während die Auslieferungen des EX 60 im Sommer beginnen muss man auf die High-End Version P12 mit 680 PS und 810 km Reichweite ab heute 11-14 Monate (Lieferzeit) warten.

Typisch für Volvo ist, dass alle Modelle bei 180 km/h Topspeed abgeregelt sind. Die Ladeleistung vom Volvo EX60 P12 liegt bei 370 kW. Der Wendekreis von 11,0m ist ansprechend.

Gleiches gilt auch für die Ladezeit von 18 min bzw. 19 min für den 117 kWh großen Akku, davon sind 112 kWh nutzbar.

Highlights nennt Volvo das Megacasting bei dem rund 100 Teile im Rohbau direkt gepresst werden (statt sie zu schweißen). Dieses Verfahren ist von Tesla inspiriert und soll helfen Gewicht zu sparen.

Daneben ist man bei Volvo Stolz, dass man die Batteriezellen ohne Module direkt in die Batterie integriert.

Mercedes GLC 400 4matic EQ

Eigentlich ist gegenüber dem GLC 400 EQ 4matic (ohne Long Range Edition) der Volvo EX60 P10 AWD am Besten vergleichbar. Er hat mit 91 kwh fast dieselbe Akkugröße und kommt 660 km weit. Der GLC EQ ist etwas effizienter und kommt auf 673 km (Long Range Edition 713 km).

Der GLC 400 4matic EQ hat Dank des 2-Gang-Getriebe an der Hinterachse bei Sprint keine Probleme mit dem Volvo EX60 P10. Obwohl der Volvo leichter ist und 21 PS mehr hat, ist der GLC 0,3s schneller. Selbst der Volvo EX 60 P12 mit sagenhaften 680 PS kann die rund 200 PS Mehrleistung gegenüber dem GLC 400 4matic EQ beim Sprint auf 100 km/h fast nicht umsetzen und ist lediglich 0,4s schneller als der GLC 400 4matic EQ.

Vergleich der technischen Daten:

  Mercedes GLC 400 4matic EQ Volvo EX60 P12 AWD Electric BMW iX3 50 xDrive Audi Q6 etron quattro
Leistung in PS 489 680 469 428
Drehmoment in NM 800 790 645 590
Beschleunigung auf 100 km/h in s 4,3 3,9 4,9 5,4
Vmax in km/h 210 180 210 210
Reichweite WLTP in km 713 810 805 642
Stromverbrauch auf 100 km in kWh 14,9 16,0 15,1 17,0
Akku-Größe in kWh 94 112 108,7 94,9
Volt 800 800 800 800
Ladezeit DC von 10-80% in min 22 19 21 21
Ladeleistung DC in kW 330 370 400 270
Nachgeladene Kilometer (DC) in 10 min 303 340 372 260
Länge in m 4,84 4,80 4,78 4,77
Breite in m 1,91 1,91 1,90 1,94
Höhe in m 1,64 1,64 1,64 1,65
cW-Wert 0,26 0,26 0,24 0,28
Radstand 2,97 2,97 2,90 2,90
Wendekreis/mit Hinterachslenkung 12,1/11,2 11,8 12,1 12,1
Leergewicht in kg 2.535 2.405 2.360 2.425
Zuladung in kg 505 455 540 540
Kofferraum in Liter 570-1.740 523-1.647 520-1.750 526-1.529
Frunk in Liter 128 58 58 64
Anhängelast in kg 2.400 2.400 2.000 2.400
Preis mit MwSt               71.281,00 €               71.990,00 €   68.900,00 €             74.700,00 €

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27 Responses

  1. Ich habe es schon bzgl. dem iX3 gesagt… Mercedes ist, was die Akku-Größe angeht, aktuell leider etwas abgehängt… 94 KWh Netto in einem GLC ist einfach zu wenig… BMW und Volvo zeigen, dass bei dieser Größe der Autos über 100 KWh möglich sind…

    Der Volvo wäre dennoch raus –> festes Glasdach kann ich überhaupt nicht ab (wie beim GLC)… dann Vmax nur 180; auch völlig unverständlich… und keine ordentliche Mittelkonsole zum Bein anlehnen; also beim EX60 wurde auch einiges falsch gemacht meines Erachtens…

  2. Der Innenraum und die 180km/h wären für mich die Ausschlusskriterien für den Volvo. Bei der Batterie muss man sich aber schon fragen, warum Mercedes gegenüber BMW und Volvo soweit abgeschlagen ist?

    1. BMW und Volvo verwenden meines Wissens beide „Cell to body“, sprich übergehen den Zwischenschritt von Batterie-Modulen… da hat Mercedes tatsächlich Aufholbedarf… das ist natürlich insofern bitter, weil der GLC und alle kommenden Modelle jetzt nun einmal so sind, wie sie sind und die Konkurrenz einfach größere Akkus hinbekommt… das ist ein Nachteil für Mercedes, und das nun für mehrere Jahre…

      1. Nach meinem Kenntnisstand hat die Cell-to-body-Architektur durchaus handfeste Nachteile.
        – Die Instandsetzung bei Ausfall einer Zelle und die Reparaturfreundlichkeit insgesamt dürfte aufwändiger sein.
        – Weiter habe ich gelesen, dass die Wärmeableitung und die Kühlung schwieriger sein soll. Das kann nach meinem Verständnis Auswirkung haben auf die Lebensdauer der Zellen.

        Damit wird die bessere Raumausnutzung und die damit verbundene höhere Kapazität/Reichweite der Batterie erkauft.

        Wie so oft im Leben gilt wohl auch hier: kein Vorteil ohne Nachteil.

        1. Ich denke auch, dass irgendwo Nachteile entstehen, an die heute noch keine denkt. Entweder bei der Art und Weise, die Zellen zu verbauen, als auch bei der Lebensdauer.
          Man darf gespannt sein. Der ADAC hat ja mal die Batterie-Degeneration bei diversen Plugin-Hybriden untersucht, und da war u.a. Mercedes sehr gut aufgestellt, im Gegensatz zu z.B. BMW, wo die Zellen anscheinend viel schneller degenerieren. Bleibt zu hoffen, dass das „schneller, mehr, weiter“ insgeheim nicht doch auf Kosten der Lebensdauer der Batterien geht.

      2. MB hat sich das mit Accumotive und ihren Modulen hübsch eingerichtet. Da wird sich tatsächlich so schnell nix ändern. Modulbauweise wird leider die gefühlten 10-15% verschlingen. Ob der Kunde die vermeintlichen Vorteile zu schätzen weiß wird man sehen. Wenn das Thermalmanagement tatsächlich besser sein soll, stellt sich die Frage warum sie bei der Ladeperfomance nicht punkten? Nüchtern betrachtet reicht die Ladegeschwindigkeit und die Reichweite vom GLC für fast alle mehr als gut aus aber auf dem Papier hingt er halt hinterher und das kann Einheiten kosten.

        1. Das stimmt. Zumindest im CLA ist der Ladepeak nur für das Datenblatt.
          Die chinesischen Top-Aggregate laden mittlerweile in unter 15 Minuten von 10-80%. Besonders interessant in Verbindung mit LFP-Chemie.

          Wenn diese Themen erfüllt sind (vertretbare Reichweite, kurze Ladedauer), rücken Sekundärtugenden in den Vordergrund. Diese allerdings sind es, die Premiumkunden davon überzeugen, etwas mehr Geld auszugeben. Der GLC braucht meiner Auffassung nach keinen größeren Akku. Es würde reichen, er lädt so schnell wie der Smart #5.

          1. Man muss mit den „tollen“ Ladezeiten der Chinesen immer etwas aufpassen… deren Akkus sind auch oft viel kleiner (weil LFP)… das heißt, die laden in den (durchaus beachtlich) kurzen Ladezeiten auch viel weniger KWh nach…

            Ein iX3 z.B. lädt von 10 auf 60% ebenfalls ca. 56 KWh nach, und das ganze dauert ca. 11 Minuten… diese 56 KWh sind bei den Chinesen aber eben oft schon der komplette Ladehub von 10 auf 80%… das übersieht man leicht… sprich, die Chinesen laden diese 56 KWh auch nicht schneller nach als ein iX3 z.B., ABER beim iX3 ist dann nicht Schluss, sondern der lädt weiter schnell seinen große Akku… zudem sind die Chinesen auch oft große „Säufer“ was den Fahrverbrauch angeht… deshalb bedeuten diese 11 oder 12 Minuten Ladezeit in Reichweite umgerechnet bei den Deutschen eine viel höhere Reichweite…

    2. An die 180 Km/h kann man sich glaube ich gewöhnen. Für mich liegt der strategische Fehler für den deutschen Markt beim EX60 viel eher beim Pilot Assist (= ACC + automatisch lenken, aber Hände noch am Lenkrad). Wie kann man die Entscheidung treffen, dass das System nur von 0-150km/h arbeitet und nicht von 0-vmax? Vmax sind ja ohnehin nur 180km/h. Die Systemgrenze schafft doch jeder Wald und Wiesenhersteller. <<— das ist für mich das wahre Ausschlusskriterium für den EX60.

      Der Pilot Assist Pro (= teilautonomes fahren ohne Hand am Lenkrad, aber Fahrer ist verantwortlich) soll dann sogar erst in 2-3 Jahren kommen…

  3. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber der Volvo hat für mich eindeutig das schlüssigere und ansprechendere Design.

    Beim Nasenbär GLC passt für mich vor allem mit dem Chromgrill, die Front nicht so recht zum Rest…

    Innenräume konnten sie bei Volvo auch schon immer und finde ich auch angenehmer als diese Displayschrankwand. Der Qualitätseindruck dürfte interessant sein, ich hoffe da haben sie sich beim GLC mehr Mühe wie beim CLA gegeben.

    Der Rest (Reichweite, Ladegeschwindigkeit) ist für mich persönlich sehr nah beieinander und ob die Dinger jetzt 0,3 Sekunden schneller oder langsamer sind, oder ob ich 180 oder 210 fahren kann ist für mich bei einem Mittelklasse-E-SUV auch kein Ausschlusskriterium. Wenn ich immer noch 20 min beim Laden stehe, überlege ich mir 2x ob ich Vollgas auf der AB fahre. Der Durchschnittsverbrauch bei 130 im Vergleich wäre interessant.

    1. Das liegt im Auge des Betrachters. Außen ein gewöhnlicher Crossover, keine Überraschungen. Bei Mercedes hätte man rundgelutscht gesagt.
      Front- und Rückansicht in Disharmonie.

      Von Innen finde ich den Volvo auf einer Ebene mit Tesla – also furchtbar.

  4. schrecklich, von vorne sieht es genau so schlimm aus wie die EX30; habe früher Volvo gehabt aber nie wieder, Qualität kann man gar nicht mit Mercedes vergleichen finde ich

    1. Die geometrischen und technischen Werte, das kann man kaum anders sehen, sind lediglich marginal unterschiedlich und können kaum ein Argument für den einen oder anderen Wagen sein. Die Preise sind ja auch fast dieselben. Also ist es Geschacksache und eine Frage des jeweiligen Renommees.
      Für mich vorn Mercedes und BMW, dicht gefolgt von Audi. Volvo wird‘s schwer haben zu dem Preis.

  5. Was das immer mit der Akku Größe soll? Habe den größeren Akku also ist mein Auto besser? Quatsch und in der Praxis zu vernachlässigen.

    Am Volvo finde ich schade, dass da. Almwiese in einem Auto einfach so ein großes Display in die Landschaft geklatscht wird. Schön integriert geht anders.

    1. Sehe ich ganz anders… der Akku und die Reichweite bestimmen die Zeitspanne zwischen den notwendigen Ladevorgängen… ich kann nicht zu Hause laden, also sind für mich hohe Reichweiten von Bedeutung… und da ist der iX3 nunmal aktuell ein absolutes Brett… da kann der GLC nicht mithalten…

    2. Finde ich ebenfalls. Kein HUD, dafür aber dieses hingeklatschte flache FID. Alle wichtigen Funktionen nur in den Untiefen des Touch-Displays.
      Welchen Kundennutzen bringen zudem diese merkwürdigen Türgriffe Innen wie Außen?
      Wer will das bei -5 Grad bedienen oder im Falle eines Verkehrsunfalls schnell öffnen?

      Die Türgriffe alleine würden mich jeden einzelnen Tag verrückt machen.

    3. Mercedes lernt nur schwer bei der Reichweite!
      Ich habe derzeit einen guten EQC als Leihwagen, aber im Winter zerstören der 80 kwh Akku plus hoher Ineffizienz
      (max. 250 km Reichweite) die ganze Freude am Auto!
      1000 km WLTP werden der Goldstandard in den nächsten Jahren. Alles darüber macht aber auch keinen Sinn mehr!
      Ich habe trotzdem den GLC eq bestellt, wenn der nicht höchst effizient ist, dann folgt der ix3!

      1. Ja zwischen EQC und GLC EQ liegen ja Welten.

        Für den Winter hat der GLC EQ die 3-Quellen Wärmepumpe. Hat der EQC nicht.

        Der EQC hat zwei ineffiziente ASM Maschinen.
        Der GLC EQ hat hinten und vorne PSM Maschinen (hinten mit 2. Gang Getriebe, vorne mit Disconnect Unit).
        Dazu hat der GLC EQ die SiC Leistungselektronik die bringt noch mal 5% mehr Reichweite. Hat der EQC auch nicht.
        Der EQC hat viel Power und ist brutal leise (tolles NVH Verhalten), aber Effizienz war nicht so seine Stärke.

  6. Hallo, mir ist in den neuen Videos und Fotos aufgefallen, dass jetzt nur noch zwei Kameras in den Seitenspiegeln verbaut sind, nicht mehr drei. Wissen Sie etwas darüber? Bedeutet das, dass wir kein zukünftiges Drive Pro-Upgrade erhalten werden?

      1. Nach Gesprächen mit Mercedes wird das Modell mit 8 Kameras in Europa angeboten. Nach der europäischen Zulassung von mb.drive assist pro wird es möglich sein, beim Bestellen des Fahrassistenten auch 10 Kameras zu wählen.

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