Mercedes verschiebt Auslieferungen aufgrund CO2-Ziel

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Mercedes und AMG Fahrzeuge mit hohem CO2 Ausstoß werden erst wieder im Januar 2021 ausgeliefert

Mercedes muss mit den Submarken Maybach, smart und AMG in 2020 nach Abzug aller Credits einen Flottenverbrauch von rund 102 g CO2 je km erfüllen. Aktuell robbt sich der Konzern an das Ziel heran. Die Plug-in-Hybrid Offensive sowie die bei den Elektroautos kommt aber leicht zu spät. Daher würde man das Ziel am Jahresende nicht erreichen. So hat man nun zu einer etwas ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen. Es werden teilweise Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß nicht mehr ausgeliefert und zugelassen. Die Kunden müssen, obwohl die Fahrzeuge schon produziert sind, bis 2021 warten. Erst dann werden sie zugelassen um dann in die Flottenverbrauchsstatistik im Jahr 2021 zu gelangen. Hier hofft Mercedes die Grenzwerte, auch wenn die Phase-In-Boni dann wegfallen, durch zahlreiche Elektroauto Anläufe zu schaffen. So werden in 2021 der EQA und EQB sowie der EQS zu den Kunden ausgeliefert. Zudem soll der EQV und EQC dann hoffentlich endlich Stückzahlen bringen.

Mercedes hat den Turbo zu spät gezündet

Vermutlich liegt es zum Teil an dem langsamen Hochlauf der Batterieproduktion sowie an Kapazitätsengpässen in Kamenz. Ein GLA 250e hat aktuell eine Lieferzeit von 7 Monaten. Der A 250e liegt hier sogar noch höher. Wartezeiten von12-16 Monate (je nachdem ob es ein W oder V177 ist) sind hier normal.

In Deutschland wurden von Januar bis September rund 106.000 Plug-in-Hybrid über alle Marken verkauft. Im Juli und August war der A 250e der Spitzenreiter unter den Plug-in-Hybriden. Im September wurde er von seinem vom Mercedes GLC 300e abgelöst.

Mercedes lässt nun jeden Monat signifikant mehr Plug-in-Hybrid zu. Man hat jedoch gemerkt, dass dies vermutlich nicht mehr ausreicht und schiebt jetzt Zulassungen von Fahrzeugen mit hohen CO2-Ausstoß in den Januar 2021.

Man konnte im 3. Quartal über 45.000 Plug-in-Hybride in der EU zulassen. Für das 4. Quartal ist nochmal eine ebenfalls so hohe Anzahl geplant.

Man sieht wie Mercedes Gas gibt. Während per September 14% der Fahrzeuge ein Plug-in-Hybrid oder Elektroauto bei Mercedes-Benz waren. Stieg der Anteil im September auf 22% und man lag damit EU-weit an der Spitze!

Die Verlängerung der verdoppelten Umweltprämie für Plug-in-Hybride und Elektroautos bis zum 31.12.2025 wird Daimler hier helfen. Ola Källenius erwartet eine Entspannung der CO2-Flottengrenzewerte für Daimler ab dem Jahr 2022, da hier dann nicht nur genügend Elektroautos vorgestellt wurden, sondern auch an die Kunden ausgeliefert werden können.

 

In der Grafik sieht man auch, dass Daimler nicht ganz alleine ist mit der Problematik. Auch VW strauchelt hier. Die Verzögerungen bei der Softwarearchitektur des ID.3 und der damit verzögerten Auslieferung führt dazu, dass auch die VW Gruppe noch rund 9g hinter den Zielen zurück ist.

Volvo war mit einem hohen PHEV Anteil eigentlich gut unterwegs. Ford hat sich aber gegen Bezahlung das Pooling mit Volvo erkauft, da die Ford Kuga Plug-in-Hybrid Modelle aufgrund Brandgefahr aktuell nicht ausgeliefert werden dürfen, würde man alleine das Ziel nicht mehr schaffen.

Ein Teil der Mercede und AMG Fahrzeuge mit hohem CO2 Ausstoß wird erst im Janauar 2021 zugelassen

Erläuterungen zum CO2-Flottenwert in 2020

Ab Start bietet die EU zahlreiche Möglichkeiten den spezifischen Flottenverbrauch zu erreichen:

  • Phasing-In: In 2020 werden im Flottenverbrauch nur 95% der Flotte gewertet. D.h. die Fahrzeuge mit den höchsten 5% CO2 Emissionen werden in der Flottenberechnung nicht berücksichtigt (gilt nur für 2020).
  • Öko-Innovationen: Das wird von der EU sehr streng gehandhabt. Man kann sich hier bis zu 7g auf den Flottenverbrauch anrechnen lassen. Dies machen aber kaum Hersteller. Es handelt sich um Öko-Innovationen die im Alltag helfen den Verbrauch zu reduzieren, aber keinen positiven Einfluss auf den Prüfstandverbrauch haben. Beispielsweise ein Solar-Dach bei einem Plug-In-Hybrid, der dann elektrische Reichweite gewinnt, obwohl er auf einem Parkplatz parkt der über keine Ladesäule verfügt (hat bspw. der Toyota Prius Plug-in-Hybrid) oder von Bosch ein besonders effizienter Generator (Lichtmaschine). Er reduziert den Spritverbrauch im Alltag, im NEFZ Zyklus aber nicht, da die Fahrzeuge auf dem Prüfstand alle mit abgekoppelter Lichtmaschine getestet werden (NEFZ Methode).
  • Supercredits: Autos die ein CO2-Ausstoß von weniger als 50g je km aufweisen (beispielweise viele Plug-in-Hybride) und alle E-Autos werden in 2020 doppelt gezählt. Das führt dazu, dass die Hersteller die Batteriegröße der Plug-in-Hybrids so ausgelegen, dass man gerade unter 50g kommt und somit die Supercredits greifen. Bspw. erhalten die E-Klasse Plug-in-Hybrid in China mit dem Facelift im Sommer neue größere Batterien aufgrund der Fördervorgaben in China. In der EU bleibt es bei 13,7 kWh. Das ist natürlich für den Kunden in der EU schade. Diese Supercredits werden dann bis 2023 abgebaut.

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6 Gedanken zu „Mercedes verschiebt Auslieferungen aufgrund CO2-Ziel“

  1. Soweit so gut, aber das MB seine Kunden, die über 200k für ein Fahrzeug ausgeben aufgrund der Auslieferungsverschiebung ins nächste Jahr fadenscheinige Lügen auftischt warum das bestellte Fahrzeug nicht ausgeliefert werden kann (Sperre vom KBA…) ist einfach nur frech. Seit 20 Jahren Kunden, dutzende Autos gekauft und duzende Kunden gebracht die AMG Fahrzeuge gekauft haben und das ist der Dank….
    Ganz ehrlich Leute, andere Mütter haben auch schöne Töchter…….

    Anfänger

    1. Jo wer weiß ob die anderen das auch nicht so machen 😉
      Aber klar, man hat sich vermutlich darauf verlassen, dass die Lobby das irgendwie richtet.
      Aber wenn Daimler 15.200 für ein GLC 63 AMG an Strafe an die EU zahlen müsste, wäre die Rendite des Fahrzeugs auch nicht mehr so üppig und der Kunde hat sicher auch keine Lust auf die Summe.
      Wäre der EQC besser eingeschlagen, wäre die Maßnahme sicher nicht nötig gewesen.

  2. Pingback: Mercedes AMG wird elektrisch - JESMB

  3. Sorry, aber die Renditeerwartungen des DC Konzerns sind nun wirklich nicht das Problem des Endkunden, der ein Auto im Wert eines Einfamilienhauses erwirbt, darüber sollte sich der Hersteller im Vorfeld Gedanken machen. Wenn die Ökobilanz am Kippen ist, darf man halt keine Bestellungen mehr annehmen…

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