Die Zukunft endet nie: Highlights aus 140 Jahren Mercedes-Benz Geschichte
- Innovation als Prinzip: Fortschritt entsteht bei Mercedes-Benz aus konsequentem Vorausdenken
- Hightech wird Alltag: Zukunftstechnik systematisch entwickelt, getestet und in Serie gebracht
- Marke mit Strahlkraft: Qualität, Design und Ingenieurskunst prägen die unverwechselbare Identität
- Heritage als Antrieb: Ikonen, Know-how, Community und Innovationskultur mit hohem Stellenwert
Seit Carl Benz 1886 den Motorwagen zum Patent angemeldet und Gottlieb Daimler kurz darauf die Motorkutsche gebaut hat, kennt die Geschichte von Mercedes-Benz nur eine Richtung: nach vorn. Von Bertha Benz’ legendärer Pionierfahrt über Geschwindigkeitsrekorde, frühe Meilensteine beim autonomen Fahren bis hin zu Vision Cars und Hightech-Antrieben: Die Marke beweist immer wieder ihre unerschütterliche Entschlossenheit zum Erfolg und zeigt, wie sie das Automobil kontinuierlich neu denkt.
Im Jahr 2026 wird diese DNA besonders sichtbar: Das 140-jährige Jubiläumsjahr ist vom größten Produkteinführungsprogramm in der Geschichte der Marke geprägt. Den Auftakt bildet die Weltpremiere der neuen S-Klasse am 29. Januar 2026. In den nächsten zwei Jahren wird Mercedes-Benz mehr als 40 neue Modelle auf den Markt bringen, die Tradition mit Innovation verbinden und in allen Segmenten neue Maßstäbe setzen. Jedes Modell verkörpert das Versprechen der Marke: die begehrtesten Autos der Welt zu bauen. Die heutigen Innovationen von Mercedes-Benz tragen das Erbe in die Zukunft – als Marke, die Fortschritt programmatisch versteht, sich auf die Bedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft konzentriert und die individuelle Mobilität kontinuierlich neu definiert.
Zwei Erfinder, ein Ziel – das Automobil: Am 29. Januar 1886 meldet Carl Benz seinen Motorwagen zum Patent an. Wenig später baut Gottlieb Daimler seine Motorkutsche. Gemeinsam sind beide Fahrzeuge die Initialzündung einer nicht endenden Innovationskette: Mercedes-Benz erfindet das Automobil immer wieder neu. Genau 140 Jahre später kommt nun die neue S-Klasse Facelift!
Influencerin mit Hutnadel: Mit Mut und Weitsicht unternimmt Bertha Benz 1888 die erste Automobilfernfahrt der Geschichte. Sie fährt von Mannheim nach Pforzheim und zeigt das Potenzial des Automobils – heute wäre sie wohl eine Mobilitätsinfluencerin. Zu Berthas Abenteuer gehört, Widerstände aus dem Weg zu räumen. Die sind manchmal winzig – jedoch mit großer Auswirkung: Den verstopften Vergaser reinigt sie unterwegs mit ihrer Hutnadel.
Das Automobil neu denken: Der Mercedes 35 PS wird 1900 von Wilhelm Maybach konstruiert. Das Fahrzeug ist technisch so konsequent vom Konstruktionsprinzip der Pferdekutsche gelöst, dass es eine neue Ära markiert. Auch über seinen Namen: Der 35 PS ist der erste Mercedes. Für den Mut zu neuen Konzepten stehen heute beispielsweise Mercedes-Benz VISION EQXX und CONCEPT AMG GT XX. Jüngstes Beispiel: der neue Mercedes-Benz CLA – das intelligenteste und flexibelste Mercedes-Benz Modell aller Zeiten. Die Fachleute der „European Car of the Year“-Jury wählen ihn zum „Car of the Year 2026“.
Markenzeichen seit 100 Jahren: Das ikonische Logo des Mercedes Sterns im Lorbeerkranz ist auf der ganzen Welt bekannt. Es steht für Innovationskraft und höchste Qualität. Geboren wird das Markenzeichen 1926, als Benz & Cie. aus Mannheim mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) aus Stuttgart fusionieren. Das erste gemeinsame Produktprogramm hat Ende 1926 auf der Deutschen Automobil-Ausstellung in Berlin Premiere.
Leistung mit Effizienz: Seit den 1920er-Jahren holt der Kompressor mehr Leistung aus den Motoren von Mercedes-Benz Automobilen und macht etwa die S-Reihe (W 06) ab 1927 weltberühmt. In der langen Innovationsgeschichte der Marke definieren zahlreiche Fahrzeuge die Antriebstechnik neu – für Leistung und Effizienz. Ein revolutionäres Antriebskonzept mit drei Axial-Fluss-Motoren hat 2026 Serienpremiere im neuen elektrischen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé auf Basis der AMG.EA Hochleistungsarchitektur.
Kanzler-Komfort: In der jungen Bundesrepublik Deutschland gibt es einen Mercedes-Benz namens „Adenauer“. So wird umgangssprachlich der Mercedes-Benz 300 (W 186) genannt, weil Bundeskanzler Konrad Adenauer ab 1951 auf ihn als Dienstwagen schwört. Nachfolger dieser ersten Repräsentationslimousine nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Typ 600 „Großer Mercedes“ (W 100). Heute setzen S-Klasse Repräsentationsfahrzeuge von Mercedes-Benz und Mercedes-Maybach weltweit Maßstäbe.
Traumwagen mit Rennsporttechnik: Eine Ikone der Marke ist der 300 SL (W 198) von 1954 mit Gitterrohrrahmen und den dadurch technisch notwendigen Flügeltüren. Er begeistert so nachhaltig, dass ihn eine internationale Expertenjury 1999 zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ kürt. Das begehrenswerte Coupé ist abgeleitet vom Rennsportwagen W 194 von 1952. Vorbild ist der 300 SL sogar mit seinem Radstand: Die Achsen von Rennsportwagen und Supersportwagen haben einen Abstand von exakt 2.400 Millimetern. Diesem goldenen Maß folgen auch 190 SL (W 121, 1955 bis 1963), „Pagoden“-SL (W 113, 1963 bis 1971) und SLK (R 170, 1996 bis 2004).
Crashsicherheit: Vorn und hinten energieabsorbierende Knautschzonen, dazwischen eine gestaltfeste Passagierzelle – das zeichnet die von Béla Barényi erfundene Sicherheitskarosserie aus. Dieser Meilenstein der passiven Sicherheit hat 1959 in den „Heckflosse“-Limousinen (W 111) Premiere. Im gleichen Jahr beginnt Mercedes-Benz mit systematischen Crashtests. Sicherheit ist ein Kernwert von Mercedes-Benz. Aktive Assistenzsysteme wie etwa das MB.DRIVE ASSIST können heute helfen, viele Unfälle zu vermeiden.
Fly me to the Moon: Ein Mercedes-Stern fliegt sogar zum Mond. 1971 nehmen ihn Astronauten von Apollo 14 mit auf den Erdtrabanten. Er gehört heute zur Sammlung des Mercedes-Benz Konzernarchivs. Der Stern ist das beliebteste Ersatzteil für klassische Fahrzeuge der Marke: Mercedes-Benz Classic Original-Teile führt mehr als 40 verschiedene Ausführungen und verkauft jedes Jahr rund 20.000 Sterne.
MfG für die Sicherheit: Seit 1978 steht das Kürzel ABS für innovative aktive Sicherheit durch das Antiblockiersystem. Premiere hat es in der S-Klasse. Mercedes-Benz entwickelt immer wieder solche Systeme und Sicherheitslösungen, die die gesamte Branche prägen. ESP® ist ein weiteres Beispiel, das Elektronische Stabilitäts-Programm von 1995. Die MB.DRIVE Fahrerassistenztechnologien tragen die Tradition heute in die Zukunft. MfG – mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen und Stuttgart.
Prestige in jeder Klasse: Traumwagen der Marke gibt es in allen Preisbereichen. So auch in der von 1984 bis 1997 produzierten Baureihe 124 mit Limousine, T-Modell, Coupé und Cabriolet – ergänzt durch eine Limousine mit langem Radstand und Fahrgestelle für Sonderaufbauten. Insgesamt werden rund 2,7 Millionen Fahrzeuge gebaut. Aufgrund dieser immensen Stückzahl sind immer noch viele 124er präsent im Straßenbild – als Alltagsfahrzeug oder geliebter Youngtimer. 90 Jahre vor der Baureihe 124 markiert der Benz Velo den Beginn der Großserienproduktion in der Automobilgeschichte. Ab 1894 entstehen 1.200 Fahrzeuge – der erste Bestseller.
Automobile Ästhetik: Mercedes-Benz Design fasziniert. Die Liste ikonischer Fahrzeuge ist lang. Ein Beispiel für höchste gestalterische Exzellenz in diesem Jahrhundert ist der CLS von 2004, ein viertüriges Coupé (C 219). Ob 500 K/540 K „Autobahnkurier“ (W 29, 1930er-Jahre), 300 SL „Flügeltürer“ (W 198, 1954), C 111 (1969), G-Klasse (1979) oder die S-Klasse der Baureihe 126 (1979) und viele weitere Fahrzeuge seitdem, sie zeigen: Formvollendetes Design glänzt ewig.
Die DNA in Architektur übersetzt: Die gesamte Historie der Marke ist im Mercedes-Benz Museum zu erleben. Am 19. Mai 2006 und damit vor 20 Jahren wird es eröffnet. Mit seither mehr als 14 Millionen Besuchern ist es eines der beliebtesten Museen der Automobilwelt. Und wie die Autos der Marke ist es ein Bravourstück: Die Architektur greift das Prinzip der Doppelhelix auf, der Form des menschlichen Erbguts DNA – denn das Museum erzählt die DNA von Mercedes-Benz. Und trägt sie damit ebenfalls in die Zukunft hinein.
Die Silberpfeile fahren vorn: Im Motorsport zeigt sich Exzellenz ohne Umwege direkt auf der Stoppuhr. Voraussetzung für Siege: beste Rennwagen, beste Fahrer, bestes Teamwork. Etwa in der Königsklasse Formel 1. Seit 2010 startet Mercedes-AMG hier mit einem Werksteam. Nie zuvor gewinnt ein Team in so kurzer Zeit so viele Titel: seit 2014 sieben Fahrerweltmeisterschaften und acht Konstrukteurstitel. 2026 treten George Russell und Kimi Antonelli mit dem neuen Rennwagen Mercedes-AMG F1 W17 E im Zeichen des Sterns an. Seit dem Beginn des Motorsports 1894 stehen Mercedes-Benz und die Vorgängermarken in den verschiedenen Facetten des Motorsports immer wieder auf dem Siegerpodium. Die berühmten Silberpfeile feiern ihre Premiere 1934 und legen in den 1950er-Jahren erneut nach – und eben ununterbrochen seit 2010.
Autonom in die Zukunft: Zur Automobilentwicklung gehört der Blick weit nach vorn. Schon in den 1980er-Jahren erkennt Mercedes-Benz die Bedeutung autonomen Fahrens und stellt erste Forschungsfahrzeuge auf die Räder. Einen wichtigen Durchbruch markiert 2013 der S 500 Intelligent Drive auf den Spuren der historischen Bertha-Benz-Route. Heute ist autonomes Fahren in definierten Teilstufen längst Realität in Serienfahrzeugen. Der neue Mercedes-Benz CLA wird mit MB.DRIVE ASSIST PRO Maßstäbe setzen – mit SAE-Level-2-Unterstützung auch im Stadtverkehr.
Perfektionierung im Härtetest: Neue Fahrzeuge müssen sich bewähren, bevor sie als Serienmodelle in Kundenhand kommen. Seit 2015 testet Mercedes-Benz künftige Modelle über Millionen von Kilometern im Prüf- und Technologiezentrum Immendingen. Dort finden rund 80 Prozent aller Testfahrten statt. 1928 geht die junge Marke Mercedes-Benz zur Erprobung auf den damals ebenso jungen Nürburgring und unterzieht das neue Luxusmodell Typ 460 (W 08) mit Achtzylindermotor höchsten Belastungen. 13 Tage lang jagt es über die Rennstrecke, am Ende sind 20.000 Kilometer zurückgelegt – und der Härtetest ist bestanden. Als Auszeichnung erhält der Typ den Beinamen „Nürburg“.
Faszinierend wertvoll: Wer so lange Automobile auf Spitzenniveau baut wie Mercedes-Benz, bringt immer wieder absolute Superlative hervor. Zu den jüngsten gehört der Mercedes-AMG ONE mit Formel 1-Technik, ab 2022 nur 275-mal hergestellt und 3,3 Millionen Euro teuer. Oder 1997 der Mercedes-Benz CLK-GTR: Die gebauten 25 Fahrzeuge sind für jeweils knapp 2,7 Millionen DM zu haben. Mit der Rennversion gewinnt Mercedes-Benz die FIA-GT-Meisterschaft. Heute haben die Preise für diese Rarität die Zehn-Millionen-Euro-Hürde genommen.
Kunstwerke auf Rädern: Bei internationalen Auktionen erzielen die wertvollsten Kunstwerke Preise von vielen Millionen Euro. In dieser absoluten Spitzengruppe spielt ein einziges Fahrzeug mit: das Mercedes-Benz 300 SLR „Uhlenhaut-Coupé“. Es ist das wertvollste Automobil der Welt. 2022 erreicht es einen Auktionspreis von 135 Millionen Euro. Mit dem Erlös finanziert die Mercedes-Benz Group das beVisioneers Fellowship, das Tausende junger Menschen mit Wissen, Coaching und Stipendien unterstützt. Der wertvollste je versteigerte Rennwagen und mit mehr als 51 Millionen Euro das zweitwertvollste Automobil der Welt ist ebenfalls ein Mercedes-Benz: der Silberpfeil W 196 R mit Stromlinienkarosserie.
Absolute Spitzenwerte: Auch bei Rekordfahrten setzt Mercedes-Benz immer wieder Bestmarken. Zuletzt legt der elektrische CONCEPT AMG GT XX im August 2025 auf dem italienischen Hochgeschwindigkeitsrundkurs Nardò in 24 Stunden 5.479 Kilometer zurück – Weltrekord für Fahrzeuge mit Elektromotor. Oder 2022 der Mercedes-AMG One mit Formel 1-Technologie, er ist das schnellste Serienfahrzeug auf der 20,8 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife. 1938 markiert Rudolf Caracciola mit 432,7 km/h den absoluten Geschwindigkeitsrekord für öffentliche Straßen – der nahezu unglaubliche 80 Jahre Bestand hat.
Gelebte Leidenschaft: Weltweit gibt es heute 80 vom Unternehmen offiziell anerkannte Mercedes-Benz Markenclubs mit insgesamt 120.000 Mitgliedern. Betreut werden sie vom Mercedes-Benz Classic Clubmanagement. Bereits 1952 gründen Liebhaber der Marke in Großbritannien den ersten offiziellen Mercedes-Benz Club. Das ist ein Aufbruchsignal für die Community von Fans und Fahrern klassischer Mercedes-Benz Automobile.
Exzellentes Netzwerk: Für ein langes und sicheres Autoleben viele Jahre nach dem Auslaufen der Serienproduktion sorgen die Mercedes-Benz Classic Partner. Das Kompetenznetzwerk für Arbeiten auf höchstem Niveau umfasst derzeit 80 Betriebe in 13 Ländern. Die Mercedes-Benz Heritage GmbH baut es laufend aus. Internationales Engagement hat eine lange Tradition im Unternehmen: Schon zwei Jahre nach der Erfindung des Automobils übernimmt Émile Roger 1888 die Benz-Vertretung in Frankreich. Im gleichen Jahr wird die Daimler Motor Company in den USA gegründet – zunächst für die Lizenzproduktion von Motoren.
Herausragende Innovationen schreiben Geschichte(n)
- Wegweisende Erfindungen seit 1886 stehen für die Innovationskultur von Mercedes-Benz
- Die „Geburtsurkunde des Automobils“ vom 29. Januar 1886 ist Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes
- Meilensteine von Mercedes-Benz verschieben Grenzen und prägen die gesamte Automobilentwicklung
Seit der Geburt des Automobils im Jahr 1886 schreibt Mercedes-Benz eine außergewöhnliche Innovationsgeschichte – über Dekaden und Generationen hinweg und stets mit dem Anspruch, Mobilität neu zu denken. Das Unternehmen blickt zurück auf eine reiche Tradition aus Erfahrung und Pionierleistungen, die die Automobilentwicklung maßgeblich mitgeprägt hat: von frühen, mutigen technischen Umbrüchen über wegweisende Fortschritte in Fahrdynamik und Komfort bis hin zu Sicherheitslösungen, die das Auto zum geschützten Raum machen – und weiter zu digitalen Assistenzsystemen und automatisiertem Fahren.
Wegweisende Erfindungen aus 140 Jahren markieren immer wieder wichtige Kapitel der Mercedes-Benz Geschichte. Meist durch Patente dokumentiert und geschützt, verschieben sie Grenzen des Machbaren und setzen neue Maßstäbe. Das macht sie zu Meilensteinen, die Automobilentwicklung und Gesellschaft prägen.
Pionierleistung
Die Erfindung des Automobils, 1886: Carl Benz wagt vor 140 Jahren einen revolutionären Schritt zur motorisierten Individualmobilität. Er entwickelt seinen Motorwagen als komplett neues, ganzheitliches System. Damit entsteht das erste Automobil der Geschichte – mit weltweiter Bedeutung. Das Patent DRP 37435 für das „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ gilt als Geburtsurkunde des Automobils und gehört heute zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Dieses „Erster sein“ mit bahnbrechenden Erfindungen prägt die Innovationsgeschichte des Unternehmens bis heute: Das Mercedes-Benz Intellectual Property umfasst mehr als 60.000 Patente, Marken, Designs und Domains.
Kurven meistern
Achsschenkellenkung, 1893: Dynamisch der Ideallinie folgend durch Kurven fahren? Vierrädrige Fahrzeuge mit der von Kutschen übernommenen Drehschemellenkung können bei starkem Lenkeinschlag instabil werden. Deshalb setzt Carl Benz beim Patent-Motorwagen zunächst auf drei Räder. 1893 löst der Benz Victoria das grundlegende Problem einer sicheren Lenkung für vierrädrige Automobile: Die Achsschenkellenkung lässt Benz am 28. Februar 1893 patentieren (DRP 73515). Sie ist ein früher Meilenstein für mehr Fahrsicherheit – und ihr Grundprinzip prägt Lenkungen bis heute.
Mit Hochleistung in die Moderne
Mercedes 35 PS, 1900: Ein modernes Automobil mit hoher Fahrsicherheit und großer Leistung – das fordert im Jahr 1900 Emil Jellinek, Geschäftspartner der Daimler-Motoren-Gesellschaft und Impulsgeber für den Markennamen Mercedes. Wilhelm Maybach nimmt die Herausforderung an und definiert das Grundkonzept für das moderne Automobil: Mit leistungsfähigem und effizientem Antrieb, breiter Spurweite, langem Radstand und niedrigem Schwerpunkt bricht der Mercedes 35 PS mit dem Konstruktionsprinzip der Kutsche. Ein Schlüsselelement ist der Bienenwabenkühler, ein Wasserkühler mit Wabenstruktur. Maybach meldet ihn am 20. September 1900 zum Patent an (DRP 122766). Er trägt maßgeblich zum Erfolg des Mercedes 35 PS in der Rennveranstaltung Woche von Nizza 1901 bei und ist die Grundlage für das ikonische Kühlerdesign von Mercedes-Benz.
Fahrwerktechnik für immer schnellere Automobile
Trapezlenkervorderachse, 1933: Ab der Fusion 1926 tragen die Fahrzeuge des Unternehmens den Namen Mercedes-Benz. Die neue Marke setzt Maßstäbe mit sportlich-luxuriösen Modellen wie den berühmten Kompressor-Tourenwagen der S-Reihe. Die Antriebe werden immer leistungsfähiger, die Automobile immer schneller. Mercedes-Benz denkt deshalb um 1930 die Fahrwerktechnik grundlegend weiter und führt bei den Typen 380 (W 22, ab 1933) und 500 K/540 K (W 29, ab 1934) die Trapezlenkervorderachse mit Parallelogrammquerlenkern und Schraubenfedern ein. Sie wird zum Meilenstein für Fahrsicherheit und Fahrkomfort – und zum weltweiten Standard.
Das Automobil als geschützter Raum
Sicherheitskarosserie, 1959: In den Mercedes-Benz „Heckflosse“-Limousinen der Baureihe 111 hat die von Mercedes-Benz Ingenieur Béla Barényi erfundene Sicherheitskarosserie ihre Premiere. Das Konzept wird bereits am 23. Januar 1951 zum Patent angemeldet (DE 854157 C): eine dreigeteilte Karosserie mit definiert verformbaren Zonen an Front und Heck sowie einer gestaltfesten Passagierzelle in der Mitte. So kann Unfallenergie gezielt abgebaut werden, und die Insassen erhalten einen möglichst sicheren Raum. Dieses Prinzip ist das Fundament der passiven Fahrzeugsicherheit – und Ausgangspunkt vieler weiterer Innovationen.
Lenkfähig selbst bei Notbremsungen
Antiblockiersystem ABS, 1978: In der Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe 116 feiert das erste digitale, elektronisch gesteuerte Antiblockiersystem ABS seine Weltpremiere. Es verhindert bei einer Vollbremsung das Blockieren der Räder – das Auto bleibt lenkfähig, und Ausweichen ist möglich. Als erstes digitales Assistenzsystem entsteht es in Zusammenarbeit mit Bosch mit dem gemeinsamen Ziel, Autofahren sicherer zu machen. Auf ABS bauen weitere aktive Sicherheits- und Assistenzsysteme auf. Darunter der Bremsassistent BAS ab 1996, der in kritischen Situationen volle Bremskraft selbst bei nur leichtem Pedaldruck bereitstellt.
Vom Kissen abgefedert
Airbag, 1981: In der S-Klasse der Baureihe 126 feiert der Fahrerairbag seine Weltpremiere im Serienfahrzeug. Mercedes-Benz kombiniert ihn mit einem Gurtstraffer für den Beifahrer. Der Airbag ergänzt den Sicherheitsgurt, entfaltet sich bei einem Unfall automatisch und kann Verletzungsfolgen zusätzlich mindern. Das Patent dazu meldet Mercedes-Benz am 23. Oktober 1971 an (DE 2152902 C2). 1988 folgt der Beifahrerairbag – zunächst erneut als Sonderausstattung für die S-Klasse. Weitere Modelle kommen rasch nach. Mit Airbags an unterschiedlichen Positionen im Innenraum entsteht ein umfassendes System.
ESPeziell für Sie
Elektronisches Stabilitäts-Programm ESP®, 1995: Das Mercedes-Benz Regelungssystem ESP® ist ein Meilenstein der aktiven Sicherheit. Es kann Schleudern in kritischen Situationen verhindern und so Unfälle vermeiden helfen. Premiere hat es im Februar 1995 in der S-Klasse der Baureihe 140, im Spitzenmodell S 600 Coupé ist es Serienausstattung. Mercedes-Benz entwickelt ESP® über alle Fahrzeugklassen hinweg weiter, ein wichtiges Patent für die Anpassung an die Serie ist DE 4123232 C2. Längst ist ESP® branchenweit verbreitet. In den Folgejahren erhalten Mercedes-Benz Fahrzeuge viele weitere digitale Assistenzsysteme.
Unfallfolgen mindern
PRE-SAFE®, 2002: Das Auto innerhalb von Sekunden auf einen drohenden Aufprall vorbereiten – das ist die treibende Idee hinter PRE-SAFE®, dem revolutionären Mercedes-Benz System für vorausschauenden Insassenschutz. Es basiert auf dem Patent DE 10121386 C1, erkennt mithilfe leistungsfähiger Sensoren kritische Fahrsituationen und kann mit reversiblen Maßnahmen die Unfallschwere mindern. Premiere hat PRE-SAFE® in der S-Klasse der Baureihe 220. Es prägt den Begriff der präventiven Sicherheit und ist Wegbereiter des Konzepts der integrierten Fahrzeugsicherheit.
Entlastung durch integrierten Chauffeur
Hochautomatisiertes Fahren (SAE Level 3), 2021: Mercedes-Benz ist im Dezember 2021 der weltweit erste Automobilhersteller, der die internationale Systemzulassung für hochautomatisiertes Fahren (SAE Level 3) erhält. Heute treibt die Marke die Entwicklung von Komfort und Sicherheit vereinenden Level-4-Robotaxis auf Basis der neuen S-Klasse voran – unterstützt von Partnern. Mercedes-Benz bietet seit Jahren fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (SAE Level 2) in seinen Fahrzeugen an. Sie vereinfachen das tägliche Fahren, indem sie bei der Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, beim Lenken und Spurwechsel sowie beim Ein- und Ausparken unterstützen. Mit der Einführung von MB.OS und MB.DRIVE stehen in den neuesten Mercedes-Benz Modellen modernste Fahrerassistenzsysteme wie MB.DRIVE ASSIST PRO für die innerstädtische Punkt-zu-Punkt-Navigation zur Verfügung. In den nächsten fünf Jahren will Mercedes-Benz eine Version von MB.DRIVE PILOT anbieten, die Geschwindigkeiten von 130 km/h erreichen kann.
Elektrische Reichweiten über 1.200 Kilometer
Mercedes-Benz VISION EQXX, 2022: Der Technologieträger Mercedes-Benz VISION EQXX zeigt, wie effizient ein Elektroauto sein kann. Er demonstriert auf mehreren dokumentierten Langstreckenfahrten Reichweiten von mehr als 1.200 Kilometern bei Verbräuchen von unter 10 kWh pro 100 Kilometer, unter anderem auf den Strecken von Sindelfingen nach Cassis und von Stuttgart nach Silverstone. Zugleich dient er als Blaupause für zukünftige Modelle: Optimierte Aerodynamik, konsequente Gewichtsreduzierung, moderne Software-Architekturen und ein ressourcenschonendes Design greifen ineinander – für maximale Effizienz ohne Verzicht auf Alltagstauglichkeit.
Der Paradigmenwechsel
MB.OS, 2025: Statt vieler einzelner Steuergeräte und Softwarewelten nebeneinander bündelt das durchgängige Fahrzeugbetriebssystem MB.OS zentrale Bereiche wie Infotainment, ADAS (fortschrittliche Fahrassistenzsysteme)/automatisiertes Fahren, Antriebssteuerung und Cloud-Dienste auf einer vereinheitlichten Software- und Hardware-Plattform. Das revolutioniert das Automobil vor allem durch ein konsistentes Nutzererlebnis über verschiedene Modelle hinweg, ermöglicht schnellere Entwicklung, neue Funktionen und Over-the-Air-Updates. Premierenfahrzeug ist der 2025 vorgestellte CLA. Die Bedeutung ist groß: MB.OS wird die digitale Grundlage aller zukünftigen Mercedes-Benz Fahrzeuge sein. Es hält sie langfristig aktuell und bringt neue Features deutlich effizienter in die Flotte.
Mercedes-Benz gestaltet Zukunft: Innovationen für ein neues Zeitalter der Mobilität
Die Kontinuität des Innovationsgeists von Mercedes-Benz zeigt sich nicht nur in der 140-jährigen Geschichte des Automobils, sondern auch in den gegenwärtigen Forschungsaktivitäten, die das nächste Kapitel dieser Erfolgsgeschichte schreiben. Geprägt vom Erbe von Carl Benz und Gottlieb Daimler erforscht Mercedes-Benz bereits heute Innovationen für ein völlig neues Zeitalter der Mobilität. Hier einige Beispiele:
- Eine neuartige Solarlackierung könnte in Zukunft eine hocheffektive Lösung für größere Reichweiten und weniger Ladestopps bieten.
- Neuromorphic Computing ahmt die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nach und könnte KI-Berechnungen deutlich energieeffizienter machen – mit dem Potenzial, den Energiebedarf für die Datenverarbeitung beim autonomen Fahren im Vergleich zu heutigen Systemen um 90 Prozent zu senken.
- Biotechnologisch erzeugte Materialien – exquisite Spinnenseide und hochwertige Lederalternativen aus Kunststoffrezyklat – vereinen Nachhaltigkeit authentisch mit Luxus und Leistung.
- Die aerodynamische und nahezu wartungsfreie In-Drive Brake, integriert in die Elektromotor-Getriebe-Einheit, verschleißt kaum, rostet nicht und eliminiert Feinstaubemissionen.
- Ein innovativer Power Converter mit Regelung auf Zellebene revolutioniert die Hochvoltarchitektur und eröffnet völlig neue Freiheitsgrade in der Elektroantriebsarchitektur.
- Im Bereich des Kundenerlebnisses erkundet Mercedes-Benz das Potenzial von Augmented und Mixed Reality, um Fahrzeuge als intelligente, hyperpersonalisierte Begleiter zu gestalten.
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Mercedes forscht an Solarlack, Batterie-Verschaltung und neuer Bremse




















