Mercedes überrascht mit dem Stopp des Level 3 Drive Piloten
Mercedes Ingenieure waren sehr stolz als erster Automobilhersteller ein Level 3 Pilot anbieten zu können. 2021 erhielt man die offizielle Genehmigung für die deutschen Autobahnen. Später wurde das System auch in einigen Bundesstaaten in den USA (u.a. Nevada) zugelassen.
Mercedes hat das System bislang in der S-Klasse und der EQS Limousine angeboten.
Der massive Unterschied zu den bekannten Level 2 Systemen lag daran, dass der Fahrer nicht aufmerksam sein musste. Der Drive Pilot (und somit Mercedes-Benz als Hersteller) war verantwortlich. Der Fahrer konnte Emails beantworten oder Filme schauen.
Das System kam mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Funktionierte somit erstmal nur im Stau auf der Autobahn (bei trockenem Wetter und nicht in Baustellen oder im Tunnel).
Später erhielt Mercedes die Genehmigung die Geschwindigkeit auf 95 km/h anzuheben.
Somit konnte man auch außerhalb von einem Stau auf der Autobahn voll autonom hinter einem Lkw fahren.
Auf der IAA 2023 kündigte man dann die neue Hardware Generation mit nvidia an. Sie sollte den nächsten Schritt bis 110 km/h ermöglichen. Das mittelfristige Ziel war nicht nur der Level 3 autonome Stadtverkehr, sondern auch 130 km/h auf der Autobahn.
Auf der IAA 2025 präsentierte man den Level 2++ Assistenten, der zwar auch in der Stadt von alleine fährt, aber der weiterhin ein Level 2 System ist. D.h. der Fahrer bleibt zu 100% in der Verantwortung. Daher kann das System günstiger ausfallen, da es keine redundanten Systeme an Bord gibt.
Von dem Level 3 mit 110 km/h hörte man – auch auf Nachfrage – nichts mehr.
Nun ist es so, dass das S-Klasse Facelift (Weltpremiere am 29.01.2026) ohne den Level 3 Drive Pilot erscheinen wird. Auch das EQS Facelift (V297) im Oktober 2026 wird daher nicht mehr mit dem Level 3 Pilot kommen.
Im Gegenzug wird man also auch in der S-Klasse und EQS stattdessen den MB.Assist Pro (Level 2++) anbieten.
Hier geht es zu der Mitfahrt auf der IAA 2025 im CLA EQ.
Der Level 3 Assistenten wird nun vorerst nicht mehr angeboten aber im Hintergrund weiterentwickelt. Er wird dann in einigen Jahren wieder angeboten (vermutlich direkt mit 130 km/h). Aktuell, so Mercedes, sind die Stückzahlen nicht passend zu den Systemkosten.
Später sollte das System ja auch in eine E-Klasse EQ kommen, ob dies bereits ab Ende 2027 der Fall sein wird, ist jedoch unwahrscheinlich.






















15 Responses
Den Fokus auf 130 km/h kann ich durchaus verstehen. Man hat ja gezeigt, dass man Level 3 kann.
Das ist wahrscheinlich das endgültige Ende.
Ich sehe bei Level 3 immer das Thema/Problem, dass das Auto dir eine ausreichende Zeit geben muss, um die Fahrtätigkeit wieder zu übernehmen.
Sprich, dass System muss schon einige Sekunden vorher wissen, dass es gleich aussteigen wird. Oder wenn es aussteigt, muss es dir diese Sekunden trotzdem „irgendwie“ zum wieder eingreifen geben. Erst danach ist das Auto nicht mehr verantwortlich sondern man selbst.
Da ist Level 2++ schon deutlich geschickter, weil der Assistent jederzeit ohne Vorwarnung aussteigen darf, weil man selbst eh immer die Verantwortung trägt. Da ist der Hersteller bei „Fehlfunktion“ fein raus.
Mercedes hat das sicherlich auch erkannt, deshalb denke ich, da wird nichts mehr kommen. Aber schau mer mal…
Das ist technologisch schade aber absolut nachvollziehbar. Tesla hat -auch dem Gesetzgeber- vorgeführt, wie es eben absolut nicht geht.
Und das Mischmasch aus City Assist (faszinierend perfekt aber nur mit aufmerksamen Fahrer) und Drive Pilot (Risiko Übergabemomente) ist aus Sicht des Bedieners (und des letztlich mithaftenden Anbieters) einfach nur gefährlich.
Unabdingbar ist nun aber das Aufschließen zu BMW, was Autobahnassi anbetrifft.
Dem Gesetzgeber sei aufgetragen, Robotaxis etc. nicht zuzulassen. Es genügt, automatisierten ÖPNV auf festgelegten Linien Erfahrung sammeln zu lassen. Da kann dann ggfs. eine Zentrale ferneingreifen.
Das war absehbar, es ist zwar nett wenn man Level 3 anbietet, aber das müsste dann zumindest bis 130 km/h gehen, wenn man das nicht will/kann ist mir persönlich Level 2++ bis 130 km/h lieber da praxistauglicher.
das ist hoffentlich keine Bankrotterklärung und Ausstieg. Ich verstehe bis heute nicht, weshalb man nicht dieses Feature massiv kostenlos ausrollt (Teilfunkiton) und in einem sehr eingeschränkten Modus mitlernt. D.h. die kritischen Situation aufzeichnet. So macht das die Konkurrenz. Die Aussage von Tesla (youtube Video ansehen, die Sind in den USA von West nach Ost ohne Eingriff gefahren !!) dass man ein paar Milliarden KM benötigt um Trainingsdaten zu haben, ist ja vollkommen plausibel. Ich werde auch nicht verstehen, weshalb es zu diesem Thema keine nationale Allianz gibt. Ok, VW ist kein SW-Laden, aber wenigstens mit BMW müsste doch sowas zu schaffen sein.
Wir kommen in D auch gesetzgeberisch nicht weiter. Im Prinzip will dieser Staat ja ab Tag 1 alles mit Vollkasko und ohne jedes Risiko haben, so läuft diese Welt aber nicht. Ohne Risiko kein Fortschritt.
Nur sind wir hier halt unfassbar technikfeindlichm, risikofeindlich …
FSD. Ist nach EV, der nächste Megatrend, und wenn es nicht gerade ein paar Tausend EUROs kostet, wird das in 5 Jahren jeder haben wollen…
Vollständig autonomes Fahren will ich nur haben, wenn ich das mit mindestens Level 4 auch privat(!) darf und dann dabei am Handy datteln, Film schauen oder einfach nur schlafen dürfte..
Dafür gibt es europaweit aber noch keinerlei Gesetzgebung. Deutschland ist da sogar schon am weitesten mit Level 4, das zielt aber alles auf MaaS ab, Mobility as a Service, sprich kommerzielle Dienste. Im privaten PKW-Bereich wird das meines Erachtens schon rein rechtlich noch sehr lange Träumerei bleiben. Deshalb sehe ich persönlich da gar nicht so viel Marktpotenzial im privaten Bereich. Weil für mehrere tausend Euro dem Auto beim Fahren zusehen, aber sonst nichts nebenbei machen dürfen UND dann auch noch selbst die Verantwortung tragen, isses mir persönlich nicht wert.
Die jetzigen verfügbaren Assistenten mit Abstandsregelung und aktiver Spurführung entlasten mich schon sehr ausreichend.
Ja, bei der Take-Rate würde ich es auch einfach mal mitliefern. Allein schon zur Datensammlung.
Aber ich denke, dass mit dem großen Sprung zur nächsten Generation, die Hardware auch leichter/besser integriert werden kann.
Da ein Level 3 System redundant ausgelegt ist, sind alle relevanten STeuergeräte doppelt (Lenkung, Bremse usw).
Dazu der Lidar. Von daher wäre es zu teuer für einfach mal mitliefern.
Aber klar mit dem neuen nvidia Supercomputer wird sicherlich einige günstiger.
Rivian will Level 3 noch dieses Jahr bringen. BYD et al haben das Thema zur Top-Prio erklärt, selbst Ford, die ja gerade ihre BEV Strategie eingedampft haben, spricht von 2028.
Lidar kostet mittlerweile nur noch wenige hundert Dollar. Bei einem Fahrzeug für >120.000 EUR sind das Peanuts.
Mercedes muss sich fragen lassen, worin eigentlich mittlerweile die Markenidentität, das Alleinstellungsmerkmal besteht.
Ich sehe mich zunehmend in meiner Meinung bestätigt, dass ein BWLer CEO – ob all dieser komplexen technischen Herausforderungen – nicht die richtige Personalie ist.
ja sollen die anderen erstmal was bringen, was Mercedes schon seit 2021 zeigt.
Bin mal gespannt ob das BYD oder Rivian das für die EU dann auch zertifiziert.
@Julian Schmidt…das ist doch Unfug. Ich habe einen TESLA Model 3 SR und nen EQE. Die Basisfunktion ist beim Tesla (kein Aufpreis) genauso gut wie bei meinem EQE das Fahrassistenz Plus Paket (Teil des Premium Packages, ca. 12k). Und jetzt wo die Digitalen Services abgelaufen sind, geht beim EQE gar nichts mehr. Mercedes hat keinen Informatiker im Vorstand, und lebt leider noch in der alten analogen Welt.
So wird das nichts.
Wenn man in 5 Jahren, nicht eine gute Fahraisstenz kaufen kann, ist man nicht mehr Premium, Mercedes ist jetzt schon bei EVs nur Premium beim Preis, kann aber keine Markenidentität darüber mehr schaffen. Technologisch zu spät, und nicht vorne dabei. CLA ist gut, aber auch 30 %
+ teurer als die Konkurrenz.
Wenn man Extras kauft läuft da nichts ab. Also mein FAhrerassistenzsystem funktioniert noch und gegenüber dem vom Tesla Model 3 von meinem Vater kann er sogar gelbe Linien priorisieren in der Baustelle (das macht der Tesla schlecht). WEnn man dort eine Lenkradkorrektur vornimmt steigt das ganze System aus. Das ist nicht kooperativ. Auf das Tesla System ist für micht keine Entlastung, da ich ihm nicht vertraue. Daher hilft es auch nicht das es serienmäßig an Bord ist.
WAs ich mir bei Mercedes wünsche ich der Autobahnassistent von BMW. Der ist cool.
Sowas hat Tesla auch nicht.
da läuft einiges ab. Das wird doch auch explizit so verkauft. 3 Jahre im Basispaket und danach ein paar Hundert im Jahr, damit es weitergeht. Ich meine hier 271 Euro bei mir, wobei das um 30 % rabattiert ist. Wie lange denn ? No go. Vollkommener Dschungel an Features. Jedenfalls ist bei mir das Fahrassistenz Paket weg. Auch Fernschliessung, Remote-Klimatisierung und solche trivialen Dinge wollen bezahlt sein. Ich werde es wohl wieder zubuchen, aber nie wieder mir so was kaufen. Also damit das Fahrzeug. Niemand sagt was, wenn man für eine Basiskonnektivität 10 Euro pro Monat blechen muss, aber was Mercedes da macht ist ein Killer.
Kein Verkäufer kann erklären, was das über eine Laufzeit von 10 Jahren kostet. Nette Abo-Falle.
Moyn,
das ist vielleicht ein unseriöses hin undher! Vertrauen erweckt man damit bei den Kunden jedenfalls nicht. Erst wird das Facelift für den EQE und den EQS angekündigt. Dann kurz danach die Meldung, dass der EQE komplett eingestellt wird. Das wird ökonomisch begründet, der Absatz sei zu gering. Aber der EQS, der sich so gut wie nicht verkauft, bekommt dann das Facelift, der EQE, der zumindest leidlich verkauft wird, nicht. Und zusätzlich wird für den EQS SUV 400 in den USA dann der Preis um 18.000$ reduziert, was die Rentabilität des Fahrzeugs weiter schmälert. Ich bin seit 30 Jahren CEO eines Unternehmens und finde das betriebswirtschaftlich sehr merkwürdig.
Dann wird angekündigt, dass die Tests mit Level 4 angelaufen sind und sehr vielversprechend sind. Jetzt wird Level 3 kurz vor der Ziellinie eingestellt, weil das System zu unsicher ist oder die Haftungsrisiken zu groß? Wenn ich als Käufer die Anschaffung so eines Fahrzeugs angedacht oder möglicherweise sogar in Auftrag gegeben hätte, würde ich den Vertrag stornieren.
Technologisch scheint mir Level 3 und höher eine problematische Angelegenheit zu sein. Etwaige Fehler des Systems führen zur Haftung beim Hersteller und im Moment sieht es so aus, dass Fehler vorprogrammiert sind. Andere Anbieter mögen hier Lösungen ankündigen, frage ist aber am Ende, was geliefert wird und ob ich mich dann als Kunde darauf verlassen möchte.
Letztendlich bleibt dann auch bei der Haftung die Frage offen, ob der Autobauer selbst in die Haftung einsteigt oder ob dafür eine Versicherung abgeschlossen wird. Beim momentanen Stand der Technik würde ich als Versicherer mir sehr genau überlegen, ob ich so ein Risiko überhaupt im Rahmen einer Betriebshaftplicht übernehmen möchte oder das nur zu sehr hohen Prämien anbieten, was dann wahrscheinlich für die Autohersteller unwirtschaftlich wäre.
Im Endeffekt ist dann Level 2 die bessere Wahl, denn da bin ich als Fahrer weiterhin verantwortlich und kann mich dann auch darauf einstellen. Besser ich habe ein System bei dem ich weiß, dass es unzureichend ist und plane das ein, als ein System zu haben, das mich in falscher Sicherheit wiegt. Auch wenn die Schäden beim einem Crash getragen werden, kann ich auf einen daraus resultieren Krankenhausaufenthalt und eine langwierige Reha gern verzichten; Von körperlichen Einschränkungen nach so einem Vorfall möchte ich gar nicht erst reden.
Und Mercedes hatte im übrigen schon immer die Strategie neuste Technologien zunächst bei den hochpreisigen Produkten einzuführen und erst später dann auf di Fahrzeuge der unteren Klassen zu übertragen. Das ist also alles Systemkonform.
Na und laufende Kosten bei einem Auto hat man sowieso immer, ist auch nichts, worüber ich mich aufregen würde.
VG Manfred
VG Manfred
So ein MIST !! Jetzt werde ich mir die Bestellung wirklich noch mal überlegen und mich noch mal mit anderen Herstellern beschäftigen. Mein Leasing läuft noch bis Oktober 2026, zig mal verlängert da kein Facelift. Level 3 war genau der Unterschied zu allen anderen. Haben die Taschenrechnerakrobaten sich wieder durchgesetzt, weiter so.