Mercedes kürzt Entwicklungskapazitäten in Untertürkheim

40h-Stunden Arbeitsverträge werden auf 35h reduziert – Verbrenner-Entwicklung größtenteils abgeschlossen

 

Durch die vielen Entwicklungsaufgaben in Stuttgart Untertürkheim hatten Ingenieure die Möglichkeit 40h-Verträge zu erhalten. Dadurch konnte schneller entwickelt werden, und die Mitarbeiter erhielten mehr Geld.

 

Nun hat Mercedes für das Werk Stuttgart Untertürkheim die 40h-Verträge zum Sommer 2026 von 1.400 Ingenieuren gekündigt bzw. auslaufen lassen. Ab Sommer 2026 arbeiten sie wieder ganz normal 35h – was auch weniger Geld für die Beschäftigten bedeutet.

 

Mercedes reduziert damit die Entwicklungskapazitäten in der Triebstrangentwicklung um faktisch 200 Vollzeitmitarbeiter.

Mercedes Stuttgart Untertürkheim
hinter dem Museum und der Niederlassung beginnt das Werk Stuttgart Untertürkheim

Im Herbst / Ende 2026 werden die Verbrennermodelle auf die EU7 Abgasnorm umgestellt sein. Dadurch ist die Mamutaufgabe abgearbeitet. Danach sind keine großen Änderungen an der modernen Verbrennermotorenfamilie mehr geplant.

 

Auch in anderen Bereichen der Entwicklung wird gespart. So sollen weniger Prototypen/ Erprobungsaggregate aufgebaut werden um Kosten zu sparen. Zukünftig sollen verschiedene Themen gleichzeitig während einer Erprobungsfahrt zu testen. Bislang war es oft so, dass verschiedene Abteilungen ihre eigenen Versuchsträger hatten.

 

Daneben will Mercedes dann für alle Beschäftigten die 40h Woche ohne Lohnausgleich einführen um Deutschlands Wettbewerbsnachteile auszugleichen.

Durch den demografischen Wandel und die normale Fluktuation will Mercedes damit freigewordene Stellen nicht mehr nachbesetzen und somit Geld sparen.

 

Das entspräche einer Kosteneinsparung von bei den deutschen Personalkosten rund 12,5%.

Die IGM hat gegen diese Pläne zum Widerstand aufgerufen.

 

Über das Mercedes Werk Stuttgart Untertürkheim:

Untertürkheim verantwortet heute die Produktion von Antriebssystemen und -komponenten. Elektrische Antriebseinheiten für vollelektrische Mercedes-Benz Modelle, angefangen mit dem CLA, GLB sowie EQS Mopf, werden hier gefertigt und montiert. Auch die Schmiede ist hier angesiedelt. Der Mercedes-Benz eCampus, Kompetenzzentrum zur Forschung und Entwicklung von zukünftigen Generationen von Batterien und Batteriezellen, ist ebenfalls Teil des Untertürkheimer Werksgeländes. In Bad Cannstatt werden heute Verbrennungsmotoren (M254 und M256evo) produziert.

In Mettingen befinden sich die antriebsflexible Achsfertigung sowie die Gießerei. Hier werden unter anderem Teile elektrischer Antriebseinheiten gefertigt und zu elektrischen Achsen montiert. Die Getriebeproduktion (9G-Tronic NAG3) erfolgt im Werkteil Hedelfingen. Seit 2021 werden hier auch Batteriesysteme für die vollelektrischen Mercedes-Benz Modelle EQS und EQE produziert. Der Werkteil fertigt ebenfalls Teile elektrischer Antriebseinheiten.

Die flexible Fertigung ist in Sirnau angesiedelt und die Ausbildung hat ihren Sitz in Brühl. Brühl verfügt zudem über eine Batteriefabrik, in der künftig die neuste Generation Batteriesysteme produziert wird.

Auf dem Untertürkheimer Werksgelände befindet sich außerdem ein großer Teil der konzernweiten Antriebsforschung und -entwicklung mit einer Teststrecke zur Fahrzeugerprobung. Auch der zentrale Van-Bereich und dessen Forschung und Entwicklung ist in Untertürkheim angesiedelt. Untertürkheim ist zudem Sitz der Mercedes-Benz Group AG Konzernzentrale.

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Eine Antwort

  1. Gute Nachricht.
    Heiße Luft wird also nur noch produziert, wenn sie als Abwärme beim Hochleistungsladen entsteht.

    Allerdings sollte man -ebenso im Sinne der Nachhaltigkeit- weiter Wissen sammeln, was aktuelle Verbrenner angeht. Auf dass diese nämlich nochmals einen „ewigen“ Beweis über Langlebigkeit und schwäbsche Injenörskunst erbringen – und nicht wegen irgendwelcher Sekundärbauteile oder ET-Mangel zu früh verschrottet werden müssen.

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