Soweit kommt der Mercedes VLE 300 EQ bei 130 km/h

Das neue Raumschiff hat 800 Volt und einen riesen Akku: Wie weit kommt man auf der Autobahn?

Mercedes hat den neuen VLE als Nachfolger für den EQV präsentiert. Mit einem sehr effizienten Antriebsstrang, einer verblüffend gutem cW-Wert von 0,25 für diese Klasse sowie einem 115 kWh Akku hat Mercedes einen perfekten Job gemacht.

An der großen Stirnfläche sowie dem hohen Gewicht kann Mercedes erstmal nichts machen. Wie wirkt sich dies auf die Reichweite aus?

Wenn man bedenkt, dass Mercedes mit dem Facelift den EQV auf einen cW-Wert von 0,32 gedrückt hat sieht man wie enorm der Fortschritt beim VLE ist. Ein cW-Wert von 0,25 ist eine absolute Meisterleistung der Aerodynamiker. Da der VLE im Vergleich zum EQV rund 6cm breiter geworden ist (VLE 1,99 m ohne Spiegel) bei gleicher Höhe von rund 1,90m steigt die Stirnfläche von 3,24m² beim EQV auf 3,40m beim VLE 300 mit 19 Zoll Rädern.

Der Luftwiderstand (cW x Stirnfläche) sinkt somit von 1,037 auf 0,85. Somit gleitet der VLE 18% effizienter durch den Wind!

Zusätzlich dazu hat der VLE 300 mit 115 kWh rund 25 kWh nutzbare Batterie an Bord und einen elektrischen Triebstrang mit einer Effizienz von 93%.

Mit 2,9t ist der VLE 300 jedoch auch rund 200 kg schwerer als der aktuelle EQV 300.

Der VLE 300 ist noch nicht final zertifiziert. Mercedes gibt für den VLE 300 eine WLTP Reichweite von knapp über 700 km an.

Die jesmb Berechnungen haben ergeben, dass man mit dem VLE 300 bei 20 Grad und 0 km/h Wind eine Reichweite von 435 km schafft bei der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

Jetzt wird auch deutlich wie Mercedes mit nur zwei Stopps à 15min mit dem VLE von Stuttgart nach Rom gefahren ist.

Fahrwiderstände Mercedes VLE 300 EQ
   
Wirkungsgrad Triebstrang0,93
cW-Wert 0,25
Batterieinhalt netto (kwh)115
Strinfläche in m² 3,4
Luftwiderstand 0,85
Gewicht in kg 2.900
fR (Reifen) 0,007
Nebenaggregate kWh/h0,7

Wie weit kommt der VLE 300 EQ ?

GeschwindigkeitGesamtverbrauchReichweite
[km/h]
[kWh/100 km][km]
5010,301.117
6011,361.012
7012,73904
8014,37800
9016,28706
10018,44624
11020,85551
12023,51489
13026,42435
14029,56389
15032,95349
16036,58314
17040,44284
18044,55258

Fazit: 

Mit den neuen Kennwerten ist der VLE nach CLA EQ und GLC EQ der nächste elektrische Mercedes der ohne Einschränkung im Alltag bewegt werden kann. Dabei ist es egal ob man sich hier im VIP Shuttle Betrieb befindet oder mit der gesamten Familie ans Meer in den Urlaub fährt.

Weitere Informationen:

Alle Infos und Bilder zum neuen VLE

Mercedes VLE: das Motoren Line-Up

1. Bilder vom Mercedes VLE mit langem Radstand

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27 Responses

  1. knapp über 300km bei 150-160 km/h bei 20C ist mir zu wenig. Im Winter wird es dann nicht mal 300 km schaffen. Bin echt traurig, hab mich echt auf VLE gefreut. Vor allem weil unser EQV auf der Autobahn/für den Urlaub echt eine massive Enttäuschung bzw. Ernüchterung war.
    So wie es aussieht ist der neue auch nicht wesentlich besser.
    Glaube wir werden diesmal zum Verbrenner greifen.

    1. @symbrio , dir ist aber schon klar, dass das Ding auch eine Steckdose hat und sogar mit 800V Technologie. Also wenn du unbedingt so schnell fahren willst und dir die 115kWh nicht ausreicht, an Physik lässt sich leider nichts ändern, kannst aber kurz stehen bleiben und laden. In 99,9% der Länder darf man sowieso nicht so schnell fahren wie du es gern magst, Target für VLE sind sowieso vor allem andere Länder, Deutschland ist vernachlässigbar.

      Für mich selbst passen die Daten Perfekt – bist auf die Länge. Auto ist um ~20cm gewachsten aber nur vorne und ohne Gewinne im Inneraum oder Kofferraum. Finde ich schade.

    2. Also mit meinem V300d 4matic kompakt, alleine im Auto, München – Nordhessen, schaffe ich mit einem Tank auch nicht. Reichweite max. 430 Diesel Kilometer… Da lade ich lieber günstig auf, als an die Diesel Säule zu fahren.

    3. Die neueren 800V Modelle haben im Winter auf Langstrecke annähernd die gleichen Reichweiten, wie im Sommer. Nur auf Kurzstrecke macht es sich bemerkbar. Die Geschichten mit halber Reichweite im Winter, sind von Leuten die diese Fahrzeuge nie im Alltag benutzt haben.

      1. Ich glaube du hast da was verwechselt. 800v kann schneller laden (weniger Verluste, im Winter bemerkbar), hat aber keine positive Auswirkung auf die Reichweite selbst.

    4. Also ich weiß ja nicht, was Du mit deinem EQV so machst, dass er eine Enttäuschung ist……… ich fahre im mit meinem im Winter 280-300 km, bevor ich nachladen muss und im Sommer immer 350-380 km………….allerdings dann auch nur mit ca. 110-120 km/h und nutze sehr aktiv die Rekuperation. Ferner fahre ich sehr vorausschauend…………. meine Bremsen sind quasi noch eingepackt…:-)
      Daher glaube ich sehr wohl, dass der VLE auch im Winter bei mir locker an die 400-450 km kommt……. für mich vollkommen ok!

    5. @Symbrio: Na, da gratuliere ich doch mal zum paradiesischem Leben mit offenbar ständigen Urlaubsfahrten! 🙂 … Ach so, 60% aller Fahrten sind statistisch gesehen gerade mal kleiner gleich 5 Kilometer … und 99% aller Fahrten liegen innerhalb von nur 100 Kilometern!? Klar, da sollte man doch für „Null-komma-irgendwas-Prozent“ der Fahrten über 300 Kilometer wieder zum Verbrenner greifen!?!?!? Junge, Junge, Junge … 🙁

  2. Dass der Verbrauch ab 120 km/h exponentiell ansteigt, ist ja hinlänglich bekannt. Wer 160 km/h Reisegeschwindigkeit fährt, dem sind Verbrauch, Kosten und Klima also schlicht egal und der muss wirklich weiter Verbrenner fahren 😉
    Allerdings mal ehrlich, die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt meistens deutlich darunter, außer du knallst nachts auf ner völlig freien Autobahn.
    Die meisten Nutzer werden 120-130 km/h Reisegeschwindigkeit haben, in der Praxis also 100-110 im Durchschnitt und da bietet Mercedes mit über 500 km Reichweite und der 800V-Ladetechnik echt einen Meilenstein, dafür das der VLE so ein Schrank ist.

  3. Für uns passt das, obwohl der Vollständigkeit halber bei 130km/h (und einer C-Rate von 0,27) 3% der Kapazität nicht entnommen werden können und man ohnehin nur zwischen 95 und 5%, also total etwa 87% „ausfährt“, also alle 350-380km zum Laden anhält.

    Also Hermsdorf L1, Malchow L2 und schon ist man an der Ostsee 🙂

    1. Hi Marc,
      klär uns mal auf. Was ist eine C-Rate von 0,27?
      Warum können 3% nicht entnommen werden?
      Die 115 kWh sind netto und können daher alle entnommen werden.
      Der Akku ist irgendwo bei 3C, weil er mit 300 KW lädt und 115 kWh netto aufnimmt. Bei dem großen Akku hätte man eigentlich schon eine Ladeleistung von 400 kW erwarten können.

      1. Ich bin zwar nicht Marc, aber es ist in der Praxis eben so, dass man ihn nicht komplett leer fährt, sondern bei 5% ängstlich ans Kabel rollt. Und weil man hummeln im Arsch hat beit 95% absteckt. Ich habe jetzt viel Erfahrung mit Langstrecke machen dürfen, aus meiner Sicht sind auch 300km Autobahn top. Dann kurz ein Kaffee, und weiter. Ich bin nie entspannter ans Ziel gekommen, wir mit dem e Auto.

        1. Das mit dem entspannt ankommen kann ich nur bestätigen…….früher mit Verbrenner nur linke Spur, heute entschleunigt und wesentlich gesünder eher rechts…

      2. Peak ist in der Praxis weniger relevant als die gesamte ladekurve. Aber ja, ich habe auch mehr erwartet. Und gehofft, dass es nicht so lang wird. Hat wer eine Ahnung warum das so gewachsen ist? Hat es wieder mit Fußgänger Schutz zu tun?

  4. Ganz ehrlich für uns zu wenig und zu langsam. Wir fahren im Sommerurlaub nach Südfrankreich 1.300km mit einem Tankstopp und einer kurzen Toilettenpause am einem Tag durch. (Ab und an tanken wir beim zweiten Stopp zur Ersparnis in Luxemburg noch mal voll wegen Preis)
    Das geht aber nur bei Ausfahren der erlaubten Geschwindigkeit gerade so ohne Übernachtung.

    Gerade auf dem Rückweg sind bis hinter Lyon schon heute alle Rastplätze total überfüllt dass es sich bis auf die Autobahn zurück staut. An regulären Tankstellen schon riesig lange Warteschlangen, da sind 300km nutzbare Reichweite bis zum Ladestopp mit etlichen Autos vor mir bis eine Säule frei wird indiskutabel, das verlängert die Fahrzeit um Stunden.

    1. Sorry, aber das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Fahre einen alten Polestar 2 Longrange ohne Wärmepumpe ( WLTP Reichweite 550 km, realistisch um die 400 Kilometer, im Winter auch mal 300 km). Fahre zwischen 120 und 130 km/h. Sind damit schon mehrfach nach Spanien in den Urlaub gefahren und wir mussten weder in Frankreich noch in Spanien an einem Ionity Ladepark warten. Hier sind meistens 20 – 30 Ladeplätze pro Ladepark von denen höchstens 50% belegt waren. Interessanterweise steigt in Frankreich meistens auch die Durchschnittsgeschwindigkeit an, da es hier deutlich weniger Baustellen als in Deutschland gibt.

  5. Ich fahre mit meinem Diesel ganz locker 500-600 km am Stück. Und das gerne auch zügig. Wenn ich den Wagen wie ein e-Auto fahre (was ich als Stadtauto auch besitze), komme ich sogar deutlich über 800km. Und das auch im Winter. Ich fahre hauptsächlich in Deutschland. Somit ist für mich auch weniger relevant, was im europäischen Ausland erlaubt ist. Abgesehen davon wird so ein schweres e-Auto in den Bergen von Österreich und der Schweiz auch so seinen Themen haben. Und ideale 20 Grad Celsius liegen auch nicht ständig vor. Es ist nun mal so, dass ein eAuto kein Reichweitenwunder ist. Die Physik wird das auch immer genauso belassen. Ein eAuto in der Stadt super cool. Für lange Strecke absolut nicht. Es sei denn, man fährt wie Opa mit Tempo 90, kämpft sich am LKW, der 80 fährt vorbei und behindert alle anderen, die etwas zügiger fahren wollen. Danke an alle, die andere massiv behindern, weil sie selber sparen wollen. Das Geld, was diese Leute sparen, nimmt mir meine Lebenszeit. Zeit ist mir persönlich wichtiger als Geld.

  6. Gibt es eine Quelle für den Rollwiderstandbeiwert von 0,007?
    Sollte dies die Angabe vom Reifenlabel sein, gilt zu bedenken, dass dort die Werte nach UNCE-Regelung 117 mit einer Oberfläche aus poliertem Stahl ermittelt werden. Wer schon einmal auf einer Straßenbahnschiene gebremst hat, kennt den Unterschied. Ich würde auf Asphalt eher von 0,010 – 0,012 ausgehen.

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