Jetzt auch in Europa: Mercedes-Benz tauscht die Farasis Batterien für EQA 250+ und EQB 250+
Für die USA wurde der Schritt bereits angekündigt. China folgte ein paar Tage später. Nun werden die Farasis Batterien (70,5 kWh) für den EQA 250+ und EQB 250+ ausgetauscht. Davon sind rund 3.119 Fahrzeuge betroffen (Baujahr 2021-2024).
Die Kapazitäts- und Ladeleistungseinschränkung wird dadurch mit der neuen verbesserten Batterie aufgehoben. Der Batterietausch ist für die Mercedes Kunden kostenlos.
Mercedes äußert sich nun wie folgt:
„Die Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität. Rückrufe sind vorbeugende Maßnahmen zur Gewährleistung dieser Sicherheit.
Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihen EQA und EQB eine neue Hochvoltbatterie einzubauen. Die betroffenen Kundinnen und Kunden werden schriftlich informiert und individuell über das weitere Vorgehen aufgeklärt.
Für die betroffenen Fahrzeuge läuft bereits eine Feldmaßnahme, bei der ein Software-Update des Batteriemanagementsystems durchgeführt wird. Dieses Update passt die Betriebsparameter der Hochvoltbatterie an. Hintergrund ist, dass bei einem sehr hohen Ladezustand der Batterie in sehr seltenen Fällen ein Brandrisiko infolge eines internen Kurzschlusses einer Batteriezelle nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Unsere laufende und intensive Feldbeobachtung sowie darauf aufbauend weitere umfassende Untersuchungen haben gezeigt, dass das im Rahmen der bisherigen Feldmaßnahme durchgeführte Software-Update das Brandrisiko in seltenen Einzelfällen nicht vollständig beseitigt. Aus Verantwortung gegenüber unseren Kundinnen und Kunden haben wir uns daher zu dem Schritt des Batterietauschs entschieden.
Mit dem Einbau der neuen Batterie wird der nutzbare Energiegehalt sowie die Ladeleistung wieder auf den technischen Stand einer Batterie in einem Neufahrzeug gebracht.
Bis zum Werkstatttermin bitten wir unsere Kundinnen und Kunden, das Fahrzeug nicht über 80 Prozent zu laden und das Fahrzeug im Freien zu parken.
Der Austausch der Batterie wird von uns selbstverständlich kostenlos durchgeführt. Der Werkstattaufenthalt wird in der Regel wenige Stunden dauern. Die entstehenden Unannehmlichkeiten bedauern wir sehr und entschuldigen uns ausdrücklich dafür.
Unabhängig davon, ob ein Rückruf einzelne oder viele Fahrzeuge betrifft, handeln wir konsequent nach höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards. Gleichzeitig setzen wir alles daran, mögliche Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und dem Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden sowie unserem Markenversprechen gerecht zu werden.
Weitere Informationen:






















9 Responses
„Wir hatten zunächst versucht, das Risiko mittels Optimierungen des Systems softwareseits zu eliminieren. Dazu waren wir im Sinne der Nachhaltigkeit (Materialeinsatz) und im Sinne der Wirtschaftlichkeit (Anteilseigner) verpflichtet.
Wir freuen uns, dass aus einem unglücklichen Umstand (Verlust an Kapazität und Ladegeschwindigkeit) für unsere betroffenen Kunden nun das absolute Gegenteil folgt: ein merklicher Mehrwert aufgrund faktischer Neuwagentransition.“
Sowas wird natürlich nicht mehr publiziert. Man wünscht sich die Zeit der Mutigen, der Entscheider zurück und erinnert sich wehmütig an den Elchtest.
Unter Niefer, Hubbert, Werner wäre das ganz anders abgelaufen.
Ich muss tatsächlich sagen, dass ich obwohl ich einen EQA 300 4MATIC habe und nicht betroffen bin trotzdem sehr enttäuscht von Mercedes bin und das in meiner Künftigen Fahrzeug-Wahl berücksichtigen werde. Es war von Anfang an klar, dass die Batterie getauscht werden sollten. Man wollte es aufgrund der massiven Kosten einfach nur aussitzen. Jetzt im Schreiben davin zu sprechen dass die Sicherheit der Kunden die oberste Priorität hat ist meiner Meinung nach schon etwas heuchlerisch… Aber seis drum. Freut mich für die Betroffenen, dass sie zukünftig den Vorteil des + wieder haben.
Als Betroffener 250+‘ler freut es mich, … nachdem ich mich doch sehr über das Verhalten seitens MB und natürlich über die „Veränderungen“ im Auto habe ärgern müssen…
Eine Frage: gibt es die Möglichkeit herauszufinden, ob das Softwareupdate auf das Auto aufgespielt wurde? Wenn ja wie, zB Softwarestand, etc. Bitte keine spekulativen Antworten, wie „vermutlich über die Diagnose“, etc. 🙂 Die Niederlassung konnte mir diese Frage nicht beantworten, obwohl das Auto wegen Service dort war. Sie wirkten eher uninformiert und überfordert bzgl des Themas/der Frage…
Ich danke euch.
Normalerweise steht das auf dem Zettel der durchgeführten Arbeiten.
Ggf auch einen Ausdruck vom digitalen Wartungsheft fragen.
Ja schon schlimm das man sich darüber „freuen“ muss das eigentliche Produkt in seinen tatsächlich versprochenen Verkaufszustand und ohne brandrisiko versetzt bekommt.
Für mich bleibt das ein Geschmäckle, zumal ich über ein Jahr seit dem Bekanntwerden mit dem mulmigen Gefühl fahren durfte und fast ebenso lange mit schlechterer Ladeperformance.
Leasing läuft im Sommer aus und ich schaue mir mal an was es so in SWE gibt für mein Geld. Über meinen Rueckläufer kann sich dann ein Gebrauchtkäufer freuen.
Vertrauen verspielt Mercedes!
@ Julian: gibt es irgendwelche belastbaren Infos zum neuen Batteriemodul was Mercedes da einbauen will? Hersteller, Leistungsangaben, etc?
In der Pressemitteilung steht ja nur, die Leistungswerte wie beim Verkauf werden wieder ermöglicht.
Nee, das ist ein gut gehütetes Geheimnis.
Ich bekomme dazu keine Infos.
Es sind ja die Baujahre 21-24 betroffen.
Ggf hat man mit eqa und eqb Facelift den Hersteller des 70,5 Akku gewechselt, die dann nun auch in die älteren betroffenen Modelle eingebaut wird.
Die Leistung von der e Maschine ändert sich nicht.
Die Ladeleistung ist ansonsten mit 100 kW angegeben
Ja spannend das es da so ein Geheimnis drum gibt. Farasis als Hersteller war ja auch bekannt.
Du hast sicher recht, dass ab MoPf vermutlich ein neuer Hersteller bzw Batteriepaket eingeführt wurde. Nur warum ist das so ein Geheimnis?
Transparenz wäre doch gerade hier so wichtig um Vertrauen wieder herzustellen?
Die aktuelle Ladeperformance ist wirklich unterirdisch.
Und gut schlussendlich das getauscht wird! Meine Nutzungsdauer über hatte ich immer ein schlechtes Gefühl, insbesondere wenn ich in Tiefgaragen parke, welches sich jetzt ja auch bestätigt!
Bin mal gespannt wie lange sie jetzt brauchen um die 50.000 Batterien auszutauschen.
Mercedes kommt zu Gute, dass der EQB schon eingestellt ist und der EQA ausläuft. Da können sie die Batterieproduktion einfach etwas weiter laufen lassen. Aber wird sicher 9-12 Monate dauern bis 50.000 Batterien produziert sind.
Wobei könnte eigentlich auch nach 6 MOnaten fertig sein. Der Großteil der Rückrufaktion betrifft ja China und sie werden ja nicht von Europa mit Batterien beliefert.
Hey Julian,
Lässt sich rausfinden ob auch die MoPf Modelle betroffen sind? Oder anderweitig eingrenzen bis zu welchem Datum die Modelle betroffen sind?
Eigentlich doch schon oder? Im Laufe der MoPf muss aber vermutlich eine neue Batterie Einzug gehalten haben.