AMG GT 4-Türer mit aktivem Diffusor für mehr Reichweite

Beim neuen AMG GT 4-Türer zieht Mercedes-AMG alle Register.

Es kommen drei Axialfluss Motoren mit über 1.360 PS zum Einsatz. Dazu werden besonders dünne und hohe Rundzellen zum Einsatz kommen. Sie geben die Wärme aus dem inneren schneller an das Öl ab. Durch diese Kühlung konnte das Concept AMG GT XX mit über 1.000 kW laden. Nur so waren die unzähligen Weltrekorde in Nardo möglich.

Die Technik wird nun in die Serie überführt. Als erste Derivat neben dem AMG E-SUV sowie AMG E-SUV Coupé kommt im Herbst 2026 der AMG GT 4 Türer. Der Verbrenner (X290) noch auf der alten W213 E-Klasse Basis ist inzwischen bei Valmet in Finnland aus der Produktion genommen worden.

Nun kommt der elektrische AMG GT4-Türer.

AMG hat nun geteasert das ein aktiv ausfahrbarer Heck-Diffusor im Stil des Vision EQXX zum Einsatz kommen wird. Dadurch ist man in der Lage besonders auf der Autobahn – der Luftwiderstand wird ab ca. 80-90 km/h größer als der Rollwiderstand – den cW-Wert durch diesen ausfahrbaren Heckdiffusor deutlich zu senken.

Das hilft die Reichweite auf der Autobahn zu erhöhen.

AMG GT 4-Türer 2026
Heck mit eingefahrenem Diffusor

Den aktiven Heckdiffusor auf Youtube ansehen.

jesmb erwartet nämlich keinen Reichweiten-Wunder beim AMG GT 4-Türer wie beim CLA 250+ mit bis zu 792 km und das hat im Wesentlichen einen Grund:

Die Batterie ist auf maximale Performance ausgelegt. Damit die Leistungsabgabe für die 1.360 PS nicht einbricht muss die Wärme (nicht nur beim Ladevorgang) schnell aus der Batterie abgeführt werden. Bei einer Batteriezelle mit einem großen Durchmesser, kommt das Öl jedoch nicht gut an den Kern der Batteriezelle. Somit hat AMG eine hohe aber sehr dünne Batteriezelle gewählt. Die Wärme kann man somit perfekt über das Öl ableiten. Man garantier so eine permanente Leistungsabgabe, kann aber auch ultraschnell Energie beim Ladevorgang aufnehmen.

Der geringe Durchmesser der Batteriezelle hat jedoch den Nachteil, dass man in der Batterie nicht so viel aktives Batteriematerial unterbekommt.

jesmb konnte die Abmessungen der Wunder-Zelle von AMG grob abschätzen. Rund 2,2 cm dick, und 10,5cm hoch. Bei den rund 3.256 Zellen sowie einer Energiedichte von 740Wh /l ergäbe sich daraus eine Batteriegröße von rund 96 kWh (brutto). Netto werden vermutlich um die 90 kWh freigegeben.

Abhängig von den gewähltem Felgendesign (offene oder geschlossene Felgen, abhängig von der Kundenwahl) wird man für die Serienversion des neuen AMG GT 4-Türer mit einer Reichweite von bis zu 650 km – gemäß jesmb.de Hochrechnung – rechnen können (auch abhängig von der Anzahl der Axialflussmotoren). Dabei muss man berücksichtigen, dass man an der Vorderachse 275er sowie 315er an der Hinterachse (jeweils in 21 Zoll) montiert, bei dieser Reifendimension wird die Reichweite niedriger liegen.

Durch die enorme Ladeleistung wird man selbst an einem 350 kW Lader nach rund 10min (für den Ladehub von 10-80%) weiterfahren können. Somit benötigt man nicht die höchste Reichweite.

Der aktiv ausfahrbare Heckdiffusor hilft dabei die Praxisreichweite auf der Autobahn gerade bei Geschwindigkeiten über 120 km/h deutlich zu verbessern.

Bei 150 km/h bringt dies einen Vorteil von ca. 35 km Reichweite in Bezug auf eine 90 kWh Batterie.

Beim Vision EQXX hat man einen cW-Wert von 0,19. Durch den aktiven Diffusor konnte man ihn auf 0,17 reduzieren. Der versenkbare Heckdiffusor ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Zusammenarbeit von Design, Aerodynamik und Technik. Er kommt ab 80 km/h zum Einsatz und sorgt dann für verminderten Luftwiderstand sowie erhöhte Fahrstabilität. Im eingefahrenen Zustand fügt er sich nahtlos in die Karosserie ein und bewahrt die Balance, die Proportionen und die leichte Ästhetik der Heckpartie.

Mercedes Vision EQXX ausfahrbarer Diffusor
Beim Vision EQXX verbessert sich dadurch der cW-Wert um 0,02 auf 0,17

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22 Responses

          1. Ja warten wir mal ab. Aber er wiegt schon über 2 Tonnen und 360 km/h ist jetzt nicht wenig. In Nardo haben sie 5.000 km ??? die Reifen gewechselt und dort sind sie „nur“ 300 km/h aus Effizienzgründen gefahren und die Reifen hatten keine Vorschädigung von ungeschichten Einparkvorgängen mit hohen Bordsteinen 😉

      1. 241k wäre auch noch ein Brett. Der Taycan verkauft sich 0, daher ist das Leasing recht günstig in Anbetracht des hohen Listenpreises. Da bin ich mal gespannt, wie es bei MB läuft.

  1. Ich hoffe und erwarte eine Reichweite, die gut über die des Taycans liegt. Bzgl. Pricing denke ich eher, dass der eCayenne die Richtung vorgibt. Daran wird sich auch die AMG SUV Variante orientieren.

    1. Das mit der Reichweite wird schwierig. Der Taycan hat eine sehr gute Reichweite dank eines großen Akkus. Viel darüber wird der GT nicht liegen, wenn überhaupt. Das ist aber m.E. nicht schlimm, da der GT schnell laden kann. M.E. reicht eines von beidem: Hohe Reichweite oder schnelles Laden. Ist ja heute auch schon so, z.B. beim G63. Trotz 100l Tanks ist die Reichweite sehr gering. Aber man kann schnell tanken. Beides gleichzeitig wäre natürlich am aller besten.

      1. Wobei ich von einem längeren Radstand als beim Taycan ausgehe und dementsprechend mehr Platz für den Akku.
        Es wird jetzt auch Zeit, dass das Endprodukt endlich mal vorgestellt wird, nach dem 100xxx Teaser.

  2. jesmb erwartet nämlich keinen Reichweiten-Wunder beim AMG GT 4-Türer wie beim CLA 250+ mit bis zu 792 km und das hat im Wesentlichen einen Grund
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    „bis zu“. Bitte hört endlich auf von Wunder zu Reden wenn das ding bei Richtgeschwindigkeit nicht annähernd an die 792km rankommt.

    WTLP sind märchen angaben und früher hat man Hersteller dafür angeprangert wenn sie nicht die Versprochene Reichweite einhalten konnten. Heutzutage scheint es bei E-Autos standard zu sein geschönte Angaben als Richtwert zu nehmen. Neutralität? Eine vergessene Eigenschaft unter Journalisten.

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