Macht Corona dem autonomen Fahren einen Strich durch die Rechnung

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Die Corona Krise lässt Zulieferer und Autoindustrie sparen, aufwendige Genehmigungen lassen die Branche jetzt zweifeln.

Die Euphorie war groß. Das autonome Fahren sollte schon bald kommen.

Tesla (nur mit Radar und Kameras) wollte schon 2017 autonom durch die USA fahren. Dabei kann Tesla erst seit einem jüngsten Over-the-Air Update Geschwindigkeitsschilder lesen.

BMW kündigte für Mitte 2021 den neuen BMW iNEXT unter dem Motto „vollelektrisch, vollvernetz, vollautonom“ an. Er wird dann als Elektro-SUV mit bis zu 750 km auf den Markt kommen. Nun ist nicht nur die Kooperation mit Mercedes-Benz beim autonomen Fahren für Level 4 und 5 gestrichen. Auch der iNext kommt Ende 2021 nur noch mit normalen Fahrerassistenz-Systemen auf Markt. Dabei wird das System noch nicht mal Level 3 können.

Audi lieferte 2017 den damals neuen A8 erstmalig mit einem LIDAR aus. Er bestand jedoch die Anforderungen des KBA nicht. Audi gab das Level 3 autonome Fahren auf. Ein neuer Anlauf wird nicht kommuniziert.

Aktuell mit der Corona Krise sind die Entwicklungsbudgets in andere Felder wie die Elektromobilität und Vernetzungs geflossen. Auch die Zulieferer investieren lieber in Technologien, die sich schneller amortisieren.

VW steigt aus einem Projekt Aurora aus und kooperiert mit Ford.

Der PSA Konzern sieht mit den vielen Klein- und Mittelwagen kein Business Case autonomes Fahren für den Privatmarkt anzubieten.

Dies Euphorie scheint verfolgen zu sein.

Aber auch der Gesetzgeber hat sich nun mit den Herstellern auf klarere Regeln verständigt. Das führte immer wieder dazu, dass Systeme schlechter wurden. Das Parkassistenz der selbstständig parkt ist nun nicht mehr in jeder Baureihe bei Mercedes-Benz verfügbar.

Zudem darf das Fahrerassistenzsystem mit dem Drive Pilot aktuell keine Spurwechsel allein durchführen. Und die längste Zeit die der Drive Pilot fahren konnte war von März 2016 bis Juni 2017. Damals hatte die E-Klasse W213 eine KBA Einzelabnahme für 30 Sekunden. Dies war sehr teuer und aufwendig. Danach wurde das System weiterentwickelt und kam in andere Baureihen durfte aber nur noch 15s fahren.

S-Klasse Level 4 Erprobungsfahrzeug

Mercedes-Benz ist jetzt der einzige Autohersteller der in naher Zukunft in der 2. Jahreshälfte 2021 mittels LIDAR, Radar und zahlreichen Kameras das Level 3 autonome Fahren in die S-Klasse bringt. Der Aufpreis wird bei ca. 3.000-5.000 EUR liegen. Zudem soll es selbstständig nach Level 4 in dafür (mit Sensor ausgerüsteten Parkhäusern) parken können. Am Anfang ist es lediglich ein Staupilot der im Stau aktiviert werden kann und dann bis 60 km/h autonom auf der Autobahn fährt. Für Ende 2022 / Anfang 2023 ist es dann geplant diese Funktion auf 130 km/h zu erhöhen, bzw. die Genehmigung dafür zu Erhalten. Was das System so teuer macht ist auch, dass es jeweils nur für spezielle Länder freigeschaltet wird, d.h. der Verkauf des Systems erfolgt nicht in allen Ländern.

Was das System der neuen S-Klasse genau kann wird hier erläutert.

Daimler sieht auch bei den LKW ein noch größeres Potential. Hier möchte man dann bei einfacheren Verkehrssituation außerhalb der Stadt (von Logistik-Hub zu Logistik-Hub) vor den Pkw autonom fahren. Die Tatsache auf einen LKW Fahrer verzichten zu können, bei der aktuellen Knappheit und dem kommenden demografischen Wandel, könnte für Spedition zum Segen werden. Aber auch hier hat Daimler einen Partner Torc Robotics.

Bei der Elektromobilität wird es vermutlich deutlich schneller voran gehen, als beim Thema autonomes Fahren und die Corona-Krise verstärkt durch die knappen Investitionsbudgets das Tal der Tränen.

jesmb News zum autonomen Fahren von der IAA 2019

Eine Übersicht der SAE Level beim autonomen Fahren:

  • Autonomiestufe 0: Selbstfahrer („Driver only“), der Fahrer fährt selbst (lenkt, beschleunigt, bremst etc.)
  • Autonomiestufe 1: Fahrerassistenz. Bestimmte Assistenzsysteme helfen bei der Fahrzeugbedienung, beispielsweise der Abstandsregeltempomat (ACC).
  • Autonomiestufe 2: Teilautomatisierung. Funktionen wie automatisches Einparken, Spurhalten, allgemeine Längsführung, Beschleunigen, Abbremsen werden von den Assistenzsystemen übernommen, z. B. vom Stauassistent.
  • Autonomiestufe 3: Bedingungsautomatisierung. Der Fahrer muss das System nicht dauernd überwachen. Das Fahrzeug führt selbstständig Funktionen wie das Auslösen des Blinkers, Spurwechsel und Spurhalten durch. Der Fahrer kann sich anderen Dingen zuwenden, wird aber bei Bedarf innerhalb einer Vorwarnzeit vom System aufgefordert die Führung zu übernehmen. Der Gesetzgeber arbeitet darauf hin, Autonomiestufen-3-Fahrzeuge zuzulassen.
  • Autonomiestufe 4: Hochautomatisierung. Die Führung des Fahrzeugs wird dauerhaft vom System übernommen. Werden die Fahraufgaben vom System nicht mehr bewältigt, kann der Fahrer aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen.
  • Autonomiestufe 5: Vollautomatisierung. Kein Fahrer erforderlich. Außer dem Festlegen des Ziels und dem Starten des Systems ist kein menschliches Eingreifen erforderlich. Das Fahrzeug kommt ohne Lenkrad und Pedale aus.

 

Quelle Wikipedia

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2 Gedanken zu „Macht Corona dem autonomen Fahren einen Strich durch die Rechnung“

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