Mercedes GLC: Der Weg zur Serienreife

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Schon seit der Erfindung des Automobils durch Carl Benz und Gottlieb Daimler testet Mercedes‑Benz seine Produkte intensiv vor der Auslieferung an Kunden. Die systematische Fahrzeugerprobung ist eine wesentliche Kernkompetenz in der Fahrzeugentwicklung zur Absicherung der höchsten Qualitätsstandards der Produkte und des besten Kundenerlebnisses. Simulation, Berechnung und digitale Vorauslegung für alle Komponenten und das Gesamtfahrzeug dienen der frühen Absicherung und sind Voraussetzung für effiziente und kurze Entwicklungsprozesse. Bevor ein Fahrzeug in Serie geht, muss jede Komponente und vor allem die Integration der Einzelfunktionen in das Gesamtfahrzeug einen definierten Reifegrad erreichen. Erste Erprobungen in wenigen Prototypen dienen der Vorabsicherung von beispielsweise Antriebsträngen oder Fahrwerksystemen. Die Kombination aus digitaler Auslegung und Erprobungen in Aggregateträgern ermöglicht es Mercedes‑Benz, das erste Zielfahrzeug heute bereits aus Serienwerkzeugen herzustellen.

 

Der GLC der BR 254 folgt dem Erfolgs-Konzept der Vorgängerbaureihe 253. Die technische Basis des GLC bildet die aktuelle C‑Klasse (Antriebsarchitektur, MBUX), welche für den Einsatz in einem Midsize SUV konsequent adaptiert und weiterentwickelt wurde. Die Grundabsicherung erfolgte daher mit den Erprobungen der C‑Klasse. Für den GLC wurden die Erprobungen um spezielle SUV Anforderungsprofile wie beispielsweise die Absicherung der Offroad-Eigenschaften ergänzt.

Die wichtigsten Erprobungsschritte in Kürze:

  • Schwerpunkte der digitalen Erprobung: Absicherung Bodenfreiheit und Aufsetzmanagement incl. Offroadpaket, Simulation von Wassermanagement und Wasserdurchfahrten, Fahrverhalten und Fahrsicherheit Schwingungsverhalten (NVH), Absicherung der Baubarkeit (lässt sich das Auto, so wie es entworfen und konstruiert ist, in Großserie produzieren?), Crashverhalten (Unfallsimulationen zur Bewertung von Passiver Sicherheit), Aerodynamik, Gewicht etc. unter Nutzung von VR-Tools.
  • Schwerpunkte der Erprobung auf der Straße und auf Prüfständen: Gesamtfahrzeugabsicherung von vorerprobten Komponenten im neuen Fahrzeugumfeld und im Zusammenspiel mit weiterentwickelten Systemen, Absicherung Dauerhaltbarkeit im geänderten SUV Fahrzeugumfeld
  • Verhältnis digitale Erprobung/reale Erprobung: 35% / 65%
  • Experten-Wissen: Bis zur Freigabe eines neuen Fahrzeugs müssen zahlreiche Experten aus den verschiedensten Bereichen die fahrzeugspezifischen Applikationen durchführen. In Summe sind mehrere hundert Spezialisten in die Erprobung eingebunden.
  • In Gesamtfahrzeugerprobungen und im Dauerlauf erfolgt die Gesamtintegration aller Systeme und Komponenten mit entsprechenden Hitze- und Kälteprofilen.
  • Gefahrene Kilometer während der Erprobung: ca. 7.000.000
  • Entwicklungszeit: ca. 4 Jahre
  • Länder, in denen der GLC erprobt wurde: Deutschland, insb. auch das Prüfgelände in Immendingen, Österreich, Finnland, Frankreich, Schweden, Spanien, Italien, Dubai, Südafrika, USA, Mexiko, China, Japan
  • Freigabe-Prozess: Nach jeder digitalen Entwicklungsphase (Komponenten, Prototypen, Vorserienfahrzeuge) erfolgt eine Reifegradprüfung durch die Projektleitung. Die Validierung und funktionale Absicherung erfolgt in der realen Erprobung sowohl durch die Verantwortlichen für die Baugruppen als auch vom Gesamtfahrzeug-Versuch.
  • Nach der Freigabe durch die Entwicklung und dem Serienanlauf folgt die finale Kundenfreigabe durch die Qualitätssicherung.

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