Mercedes gibt auf: Verkauf des Ladenetzwerks

Mercedes hat das Ladenetzwerk in Deutschland und Österreich an electra verkauft

Das war der ursprüngliche Plan:

Das Mercedes-Benz Charging Network wächst kontinuierlich und ist seit diesem Jahr neben Deutschland, USA und China auch in Österreich und Japan mit ersten Ladeparks vertreten. Rund 80 Ladeparks sind bereits in Betrieb. Innerhalb eines Jahres wird das firmeneigene Ladenetz auf bis zu acht weiteren Ländern ausgerollt. Bis Ende des Jahrzehnts plant Mercedes-Benz weltweit mehr als 10.000 Schnellladepunkte.

Im September 2025 verkündete man die Integration von den neuen Alpitronic HYC 1000 mit 600 kW Ladeleistung pro Ladepunkt für die neuen AMG.EA Modelle die mit bis zu 710 kW Laden können.

Mercedes-AMG GT SUV
AMG GT SUV mit bis zu 710 kW Ladeleistung

Nun trennt sich Mercedes von seinem Ladenetzwerk in Europa. Die Ladeparks in Deutschland und Österreich wurden an den französischen Betreiber electra verkauft.

Am 01.11.2026 sind die 47 Standorte mit 374 Ladepunkte in Deutschland und Österreich in das Netzwerk von electra gewechselt.

Was ändert sich nun für die Mercedes Kunden?

  • Reservierung von Ladepunkten bei Electra: Mit Mercedes-Benz Intelligent Routing wird ein Electra-Ladepunkt direkt aus dem Fahrzeug heraus für den Kunden reserviert, bevor man dort ankommt. Reservierungen über die Mercedes-Benz App werden in Kürze ebenfalls verfügbar sein.
  • Preisänderung in den MB.CHARGE Public Tarifen: An Electra-Ladepunkten gelten ab sofort Premium Partner-Preise statt der bisherigen Preise für Preferred Partner.

Die Premium Partner-Preise bei Electra und IONITY gelten für Kunden mit den Tarifen MB.CHARGE Public M und MB.CHARGE Public L.

Um Electra-Ladepunkte zu finden, öffnen man den Bereich „Ladenetz“ und filtert die Ergebnisse nach Electra.

Wie ändern sich die Preise?

An den 374 Ladepunkten konnten Mercedes Kunden bislang ohne Abschluss der größeren Tarife M oder L für 39 Cent / kWh sehr günstig laden. Das entfällt nun.

Der Ladepreis beträgt nun im MB.Charge Public S Tarif ohne Grundgebühr 62 Cent je kWh.

Im M Tarif zahlt man nun 49 Cent / kWh und im L Tarif 44 Cent. D.h. im Vergleich zu früher zahlt man an den Ladesäulen 23 Cent bis 5 Cent pro kWh mehr. Da die Ladepunkte mit 374 überschaubar waren, ist das eher verkraftbar.

Auf der anderen Seite werden die europaweit 5.000 Ladepunkte von electra von der Preiskategorie Prefered Partner Network in das Premium Partner Network um gegliedert (da war bislang nur ionity enthalten). Dadurch wird es in den Tarifen M und L um 6 bzw. 5 Cent / kWh günstiger.

Anbei der Auszug aus dem Quartalsbericht

Veräußerung von Teilen des Schnellladenetzwerks

Der Vorstand der Mercedes-Benz Group AG hat im Juli beschlossen, das unternehmenseigene Schnellladenetzwerk in Europa zu veräußern. Die Gesellschaft ist dem Segment Mercedes-Benz Financial Services zugeordnet.

Der Kaufvertrag wurde am 3. August 2026 unterschrieben. Die Kriterien einer Klassifizierung als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte waren zum 30. September 2026 erfüllt, so dass Vermögenswerte von 99 Mio. €, insbesondere Sachanlagen von 73 Mio. €, und Schulden von 21 Mio. € in der Konzernbilanz als zur Veräußerung bestimmt umgegliedert wurden.

Der Vollzug der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Wesentliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage werden nicht erwartet.

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6 Responses

  1. Heute habe ich parallel per E-Mail von den Änderungen erfahren. Wie schon in früheren E-Mails von Digital Charging Solutions ist das E-Mail allerdings ziemlich intransparent. Es liest sich, als seien Electra-Ladestationen zu günstigen Konditionen (gleich Ionity) dazugekommen. Tatsächlich sind aber die Ladepunkte von den Mercedes-Benz Charging Hubs zu Electra gewechselt und teurer geworden.
    Ich finde, gerade wenn etwas teurer wird, sollte die Kommunikation nicht intransparent und verschleiernd sein. So wie es hier (wiederholt) gemacht wurde, geht Vertrauen verloren.
    Insgesamt stelle ich fest, dass die bisherigen Kostenvorteile der Mercedes-Ladekarte gegenüber beispielsweise der mobility+ der EnBW kaum mehr oder gar nicht mehr gegeben sind. Es scheint so, als suche Mercedes regelrecht krampfhaft nach Einsparungsmöglichkeiten – und das zu Lasten der Kunden.

    1. Daher habe ich ja den Artikel geschrieben.
      Fazit: an den Mercedes Ladesäulen (374 Ladepunkte) bislang 39 Cent, die jetzt an electra gehen wird es teurer (zwischen 23 und 5 Cent) und an den 5000 Ladepunkte von electra wird es 5 bis 6 Cent günstiger, da sie nun in die beste Preiskategorie rutschen (Premium statt Prefered Network).

      Klar hat man keine Garantie wie lang das so bleibt…

      1. Ich fahre vier- bis fünfmal jährlich eine längere Strecke und lade gezielt in Mannheim und im gerade eröffneten Mercedes-Benz Charging Hub in Siershahn zu 39 ct/kWh. Das geht künftig nicht mehr zu diesem Preis und das ist von Relevanz für mich. Und nicht, dass künftig 5.000 Ladepunkte von Electra 44 ct/kWh kosten.

    1. Ist ja erstmal ganz neutral. Denke nicht das man es als Erfolg feiert.
      Ich denke der geplante Ausbau ist der Kapital intensiv und man muss sparen.
      EnBW, Aral und ionity machen ja gute Arbeit.
      Nur die Ladepreise könnten etwas sinken.

      1. Es ist eben nicht neutral. Wenn ein Unternehmen kommuniziert, ein eigenes Ladenetz aufbauen zu wollen und es dann nicht umsetzt, kann man wohl ohne Übertreibung von einer in diesem Punkt gescheiterten Strategie sprechen.
        Bei 99 Mio. kann man m.E. auch kaum von „kapitalintensiv“ sprechen. Jedenfalls nicht bei einem Konzern, der nicht in Millionen sondern in Milliarden denkt. Da ist das Investment in Ladeparks doch allenfalls ein Nasenwasser.

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