- Nach drei Jahrzehnten verlässt Gorden Wagener, Chief Design Officer, zum 31.01.2026 das Unternehmen auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen
- Visionäre Designphilosophie der „Sinnlichen Klarheit“ prägt Identität von Mercedes-Benz
- Rückblick auf unzählige ikonische Serienfahrzeuge und außergewöhnliche Showcars
- Zum 1. Februar 2026 übernimmt Bastian Baudy, derzeit Leiter Design AMG, die Nachfolge von Gorden Wagener als Leiter Design.
Gorden Wagener hat über rund drei Jahrzehnte die Designsprache und den „Stil des Hauses“ von Mercedes-Benz geprägt wie kaum ein anderer Designchef in der fast 140-jährigen Firmengeschichte.
Er übergibt ein international aufgestelltes Design-Team und ein Portfolio, das die globale Automobilbranche nachhaltig beeinflusst hat. Sein Abschied markiert das Ende einer Ära, die von Mut, kreativer Schaffenskraft und einer radikalen Modernisierung der Formensprache geprägt war.
Nach seinem Einstieg im Jahr 1997 war Wagener an der Gestaltung zahlreicher Meilensteine beteiligt. Eines seiner ersten und bis heute prägnantesten Werke war der Entwurf des Mercedes-Benz SLR McLaren. Mit diesem Supersportwagen bewies Wagener bereits Ende der 90er Jahre die Fähigkeit Ikonen zu schaffen, die technologische Leistungsfähigkeit mit zeitloser Schönheit verbinden. Mit 39 Jahren übernahm Wagener als jüngster Designchef der Branche und stellte das Design von Mercedes-Benz grundlegend neu auf. In der neu geschaffenen Funktion des Chief Design Officers entwickelte er dann ab 2016 das Design der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und G-Klasse sowie smart konsequent weiter. Wagener etablierte mit der von ihm entwickelten Design-Philosophie der „Sinnlichen Klarheit“ eine unverwechselbare Ästhetik und verjüngte die Marke Mercedes-Benz nachhaltig. Zusätzlich verantwortete er das Design der Van-Sparte und, bis zur Abspaltung der Daimler Truck AG 2022, auch das Design aller Lkw des Unternehmens.
Unter seiner kreativen, visionären Führung wurde der Designprozess neu gedacht und wieder stärker auf das physische Gestalten mit Clay-Modellen fokussiert – als zentrales Werkzeug für perfekte Proportionen, Präsenz und skulpturale Formsprache. Modelle wie die S-Klasse der Baureihe 222 und die neu positionierte A-Klasse der Baureihe 176 markierten entscheidende Meilensteine, stärkten das Image von Mercedes-Benz durch ihr Design nachhaltig und wurden zu einem zentralen Treiber des Unternehmenserfolgs. In dieser Phase gelang es ihm die traditionsreichste Automobilmarke der Welt zu verjüngen. Auch im Performance- und Sportwagensegment setzte Wagener als Chefdesigner prägende gestalterische Impulse. Der Mercedes-AMG GT (C190) verkörperte kompromisslose Performance und ikonisches Design, das die Sportwagenmarke in eine neue emotionale Dimension führte. Der SL (R232) schlug als moderne Interpretation einer Legende die Brücke zwischen Tradition und Zukunft.
Mit seinem einzigartigen Gespür für Ästhetik hat Gorden Wagener Ikonen geschaffen, die weltweit für Begehrlichkeit, Eleganz, Emotionalität und technologischen Fortschritt stehen. Wageners Kreationen gehören schon heute zur DNA von Mercedes-Benz und werden die Zeit überdauern. Damit gehört er nicht nur zu den herausragenden Designern in der Geschichte von Mercedes-Benz, sondern in der Geschichte des Automobils.
„Gorden Wagener hat mit seiner visionären Designphilosophie die Identität unserer Marken geprägt. Er hat über viele Jahre hinweg entscheidend dazu beigetragen, dass unsere innovativen Produkte weltweit auch für eine einzigartige Ästhetik stehen. Seine Kreativität und sein Gespür für die Zukunft des Automobildesigns haben Mercedes-Benz nachhaltig bereichert. Ich danke Gorden für sein Engagement, seine außergewöhnliche Arbeit und seinen prägenden Einfluss – und wünsche ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute.“
Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG
Sein Einfluss reichte dabei weit über das Automobil hinaus. Unter dem Label „Mercedes-Benz Style“ entwarf er Hubschrauber, Luxusyachten, Möbel und Interieurs für Appartements und Architekturprojekte in Dubai und Miami, womit er den Anspruch der Marke untermauerte, führend in allen Facetten ihres ganz eigenen Lebensstils zu sein. Gleichzeitig gestaltete er ganzheitlich alle Kontaktpunkte der Kunden mit der Marke – von Messeauftritten über Corporate Identity bis hin zu Autohäusern und Brand Centern.
Mit der in diesem Jahr vorgestellten, stark nachgefragten neuen Generation des CLA richtet sich Mercedes-Benz konsequent an die nächste Generation von Kunden. High-Tech-Ästhetik, sportliche Proportionen und skulpturale Schönheit stehen für eine weitere Evolutionsstufe ikonischen Designs. Der ebenfalls äußerst erfolgreich angelaufene elektrische GLC definiert mit der Neuinterpretation des ikonischen Kühlergrills das Gesicht von Mercedes-Benz im elektrischen Zeitalter und verbindet Tradition und Zukunft im Sinne der Designphilosophie. Das im Oktober 2025 im Rahmen der Shanghai Fashion Week vorgestellte Showcar Vision Iconic steht als skulpturale Hommage an die goldene Epoche des Automobildesigns für zeitlose Eleganz und pure Markenessenz. Mit fließenden Linien, Anklängen an Art Déco und Zitaten legendärer Ikonen wie dem 300 SL verkörpert er Schönheit als emotionales Statement für die Zukunft.
Diese drei Fahrzeuge reihen sich nahtlos in das Schaffen Wageners ein, gleichzeitig setzen sie den kreativen Schlusspunkt unter seine Tätigkeit als Chief Design Officer von Mercedes-Benz.
Gorden Wagener hinterlässt ein Design-Erbe, das Mercedes-Benz unverkennbar geprägt und nachhaltig in die Zukunft geführt hat. Seine Handschrift wird sich noch viele Jahre in kommenden Produkten, besonders aber in dem großartigen Team wiederfinden, das er über Jahre in Sindelfingen und den weltweiten Designstudios aufgebaut hat.
Weitere Informationen:






















12 Responses
Zur Wahrheit und Geschichte gehört aber auch der komplette EQ-Design-Fehlschlag. Ich finde es gut, dass jemand Neues da Design-Ruder übernimmt, such wenn es mit CLA, GLB und GLC wieder in die richtige Richtung zu gehen scheint.
Wobei EQA und EQB in Europa eigentlich ganz gut angekommen sind.
Waren halt auch die einzigen EQ-Modelle mit normaler PKW/SUV Form. EQE und EQS egal ob Limousine oder SUV waren den meisten wohl zu abgespaced.
… Geschmacksache und / oder Ausdruck von Individualität. Oder seiner Zeit voraus … meiner Meinung nach trifft Letzteres zu.
@Julian
Verkaufszahlenmäßig gut ankommen sagt nicht viel über gutes Design aus, weil die meisten Autos ca.70-80% sowieso Firmenwagen sind. Eine Firma interessiert sich nicht primär fürs Design.
Eigentlich gehören alle gefeuert die dieses Design durchgewunken haben. Von der Putzfrau bis zum CEO.
Eine Mercedes Limousine aussehen zu lassen wie der Misslungene Civic von vor paar Jahren, das muss man erstmal schaffen.
Gordon Wagener hat meiner Meinung nach extrem gut angefangen (W222, C/A217 <3, W213, W205, W176) und dann arg nachgelassen, bzw. den Faden verloren. Ob von sich aus, oder aus Managemententscheidungen…
Die aktuellen A, C, E und S-Klassen sind alle okay bis hübsch, aber irgendwie weniger stimmig, von daher find ich's gut, wenn jetzt ein neuer, frischer Wind in der Designabteilung weht.
Du sprichst mir aus der Seele. Und nach CLA, GLB und der Sterneinflation hatte ich mich schon mehr oder weniger danach gesehnt, dass jemand Neues kommt. Wenn Källenius jetzt noch ersetzt wird, kann es eigentlich nur noch besser werden.
Ich finde der EQ Design sehr elegante, und auch sehr dynamisch. Z.B sieht der EQE von hinten sehr breit aus mit seine breite Schultern, eigentlich wie der AMG GT 4 türige Coupé.
Ich Fahre auch selbst eine EQE (Wahnsinnig gutes Fahrzeug)
Fun Fact ist das der neue Design Chef Bastian Baudy für der Formgebung der EQE V295 verantwortlich war. Alle der WWE Design Zeichnungen tragen auchBastians Unterschrift.
EQE nicht WWE 🫣
Das sind sehr gute Nachrichten👍
Es war schon lange überfällig, besonders weil seit Jahren ein Designflop den nächsten Jagt. Mit dem aktuellen CLA hat Mercedes designmäßig ein neues Tief erreicht. Von den EQ modellen will ich garnicht anfangen, da erübrigt sich jede Diskussion.
Der letzte schöne Mercedes war mMn der AMG GT 4türer, das war der Höhepunkt, danach ging es designmäßig im Sturzflug Richtung Erdkern. Ich habe viele langjährige Mercedes fans im Freundes- und Familienkreis die einfach alle das selbe sagen und gar die Marke wechseln, weils so schlimm ist. Dabei ist nicht mal die Qualität der entscheidende Faktor oder der Preis sondern das völlig vermurkste Design. Mercedes hat designmäßig seine Souveränität und Eleganz verloren. Der CLA war der Inbegriff für eine perfekte Kombination zwischen Sportlichkeit und Eleganz(ich hatte Gen1 und Gen2) und sieht jetzt aus wie ein Kugelfisch. Würde den nichtmal Gratis nehmen.
Jetzt bitte noch den Chef fürs Interior Design feuern(wer auch immer das ist) und gut ist.
Also, da kann jeder sagen was er will – der EQS war mein absolutes Design-Highlight – ich schmelze jedes Mal dahin wenn ich einen sehen – einfach pure Eleganz! Allerdings EQE, EQS SUV und viele andere (auch Verbrenner-Mercedes) sind meiner Ansicht nach nicht gut gelungen! Zwischen E-Klasse Coupé und S-Klasse Coupé musste man die Unterschiede mit der Lupe suchen. Allerdings waren auch viele schöne Modelle dabei – ist ja letztendlich auch Geschmackssache! 🙂
Ich teile ihrer Meinung.