Mercedes und BMW stoppen Zusammenarbeit beim autonomen Fahren

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Vor rund einem Jahr hat BMW und Mercedes-Benz stolz die Kooperation bei der Entwicklung für das autonome Fahren nach SAE Level 4 verkündet. Rund 1.200 Mitarbeiter sollten in einem Joint Venture gebündelt werden. Erste Fahrzeuge mit Level 4 hätten dann im Jahr 2024 auf den Markt kommen sollen.

Nun wurde das Projekt gecancelt. Vermutlich durch die Corona Krise.

Audi hat beim A8 das autonome Fahren nach Level 3 vor kurzem auch beendet.

Mercedes wird aber die Entwicklung weiter fortsetzen. Die Entwicklung nach SAE Level 3 ist im vollen Gang und soll in der neuen S-Klasse (W223) erscheinen. Diese Entscheidung hat somit auf die SAE Level 3 Entwicklung im Hause Mercedes-Benz keinen Einfluss.

Die BMW Group und die Mercedes-Benz AG lassen ihre Zusammenarbeit für die Entwicklung der nächsten Technologiegeneration im Bereich automatisiertes Fahren vorerst ruhen. Beide Unternehmen haben sich nach intensiver Prüfung und im besten partnerschaftlichen Einvernehmen darauf verständigt, sich auf ihre jeweils bestehenden Entwicklungspfade – auch mit den jeweiligen bestehenden oder neuen Partnern – zu fokussieren. Beide Unternehmen betonen ausdrücklich, dass eine Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt weiterhin möglich ist. Denn die grundsätzliche Herangehensweise etwa in Bezug auf Sicherheit und Kundennutzen beider Häuser beim Thema automatisiertes Fahren passt unverändert gut zusammen.

Die BMW Group und die Mercedes-Benz AG arbeiten unabhängig voneinander an ihren aktuellen Generationen für das hochautomatisierte Fahren – und haben dabei in der Vergangenheit große Fortschritte erzielt. Allerdings konnten die BMW Group und die Mercedes-Benz AG erst nach erfolgter Vertragsunterschrift im vergangenen Jahr detaillierte Gespräche auf Expertenebene führen und gemeinsam mit Lieferanten über Technologieroadmaps sprechen. In diesen Gesprächen kamen beide Seiten nach intensiver Prüfung zu dem Ergebnis, dass angesichts des hohen Aufwands für eine gemeinsame technologische Basis und vor dem Hintergrund der gesamtunternehmerischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen derzeit der richtige Zeitpunkt für eine erfolgreiche Umsetzung der Kooperation nicht gegeben ist.

„Gemeinsam mit unseren Partnern wie Intel, Mobileye, FiatChrysler oder Ansys haben wir unsere Technologie und unsere skalierbare Plattform konsequent weiterentwickelt“, sagte Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung. „Unsere aktuelle Technologiegeneration hat sehr großes und nachhaltiges Potential: Mit einer ausgesprochen leistungsfähigen Sensorik und Rechenleistung verfügen wir über einen sehr robusten Baukasten und sind für viele Jahre hervorragend aufgestellt, um unseren Kunden das passende Angebot zu machen.“

Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG; verantwortlich für Daimler Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars COO, sagte: „Unsere Kompetenzen ergänzen sich grundsätzlich sehr gut mit denen der BMW Group, was erfolgreiche Kooperationsthemen belegen. Neben der Dekarbonisierung ist die Digitalisierung für Mercedes-Benz ein zentraler strategischer Pfeiler. Um uns hier in einem sich rasant ändernden Umfeld für die Zukunft zu rüsten, loten wir derzeit auch weitere Möglichkeiten mit Partnern außerhalb des Automobilbereichs aus.“

Daimler Trucks hatte bspw. amerikanische Start-up Torc Robotics für einige hundert Millionen Euro gekauft und somit den High-Piloten für die Trucks extern eingekauft.

Darüber hinaus betonen beide Unternehmen, dass sie ihre erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf den übrigen Themenfeldern wie geplant fortsetzen werden.

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