Neue Mercedes C-Klasse wird zwischen 110 und 170 kg schwerer

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Im Vergleich zur C-Klasse W205 wird die neue C-Klasse (W206) zwischen 110 und 170 kg schwerer – die Hintergründe

Die Daten haben es bereits gezeigt. Obwohl die Leistungswerte teilweise ein ganzes Stückchen nach oben geschnellt sind, wurden nicht alle C-Klasse Modelle schneller. So beschleunigt der C 180 weiterhin in 8,6s auf 100 km/h, obwohl er nun statt 156 PS satte 170 + 20 PS leistet.

Bei der Höchstgeschwindigkeit, wo das Gewicht nicht so eine ganz große Rolle spielt, wurde er dagegen eine ganze Ecke schneller.

Der Grund weswegen die Beschleunigungswerte nicht durchweg deutlich besser geworden sind, liegt am im Vergleich zur Vorgängerbaureihe W205 deutlich höheren Gewicht.

So legt, je nach Motorisierung, jede C-Klasse zwischen 110 und 170 kg an Gewicht zu.

Die C-Klasse rückt der E-Klasse beim Gewicht auf die Pelle

Der C 220d wiegt nun statt 1.585 kg (W205) satte 1.755 kg im W206 (+170 kg). Ein E 220d (W213) ist mit 1.750 kg sogar 5 kg leichter.

Der C 200 wiegt nun 1.650 kg (W206) statt 1.505 kg im W205. In der E-Klasse wiegt der E 200 1.700 kg. D.h. die E-Klasse ist hier 50 kg schwerer. Während früher der Gewichtsabstand zwischen der C- und E-Klasse bei rund 165 bis 200 kg lag, sind es nun nur noch 0 bis 50 kg Unterschied. Das ist sehr ungewöhnlich.

Die folgenden Maßnahmen erklären die deutliche Gewichtszunahme der neuen C-Klasse W206:

  • ISG 48 Volt Technologie wiegt im Vergleich zum RSG eine Ecke mehr, insgesamt wiegt der ISG 30 kg im W206
  • Die neue C-Klasse W206 muss den neuen Anforderungen an den EuroNCAP Crashtest gerecht werden. Schließlich ist aktive und passive Sicherheit eine Mercedes-Benz Tugend. Diese Verstärkungen im Rohbau führen zu weiteren 30 kg
  • Höhere Anforderungen an den Geräuschkomfort (NVH-Verhalten) führte zu besseren Dämmmaßnahmen und mehr Schaum in Hohlräumen
  • Beim C 200 und C 200 4matic wird nun ein um 9 Liter größerer Kraftstofftank verbaut. Dies erhöht das Gewicht gemäß EG-fahrfertig um 6 kg.
  • cW-Wert optimierte Aeroräder nun in 17 statt 16 Zoll fügen weiteres Gewicht zum Fahrzeug hinzu
  • die Verlängerung des Radstands gegenüber der alten C-Klasse W205 und somit auch des Rohbaus erhöhen das Gewicht
  • durch diese zusätzlichen Kilos der oben aufgeführten Punkte müssen nun (Teufelskreis) größere Bremen verbaut werden um die Mercedes-typisch guten Bremswege zu realisieren. Eine größere Bremsanlage erhöht wiederum das Gewicht
  • Des Weiteren hat sich Mercedes entschieden bei der neuen C-Klasse W206 die Türen wieder in Stahl auszuführen, während der alte W205 Aluminium Türen besaß. Dies erhöht das Gewicht um weitere 25 kg.

Somit ist es umso erstaunlicher, dass Mercedes nach WLTP Messungen den Verbrauch um bis zu 9% senken konnte.

Zumindest beim EU-Flottenverbrauch wirkt sich das Gewicht positiv aus

Die EU hat den Flottenverbrauch leicht abhängig vom Fahrzeuggewicht gemacht. Eine C-Klasse W206 mit einem durchschnittlichen Mehrgewicht von rund 136 kg (nicht gewichtet nach verkauften Einheiten) darf 4,5 g mehr CO2 je km ausstoßen. 1g Überschreitung kostet bei der EU 95 EUR je Fahrzeug, falls man nicht genügend Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen sollte. D.h. Mercedes kann so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Man kann die Sicherheit im EuroNCAP Crashtest erhöhen und durch die NVH Maßnahmen das Geräuschniveau senken und muss 428 EUR je Fahrzeug weniger mit xEV einsparen/kompensieren. Gleichzeitig werden die Stahltüren günstiger in den Materialeinkosten als die Aluminiumtüren sein. Somit kann man zumindest ein Teil der höheren Kosten für das innovative und komplexe 48 Volt ISG System amortisieren.

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