Mercedes EBIT steigt auf 5,2 Mrd EUR im Q1 2022

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Weniger Autos ausgeliefert, aber deutlich mehr Gewinn – der S-Klasse sei Dank , hohe Netto Liquidität

  • Profitabilität gesteigert: Bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars im 1. Quartal bei 16,4% und Mercedes-Benz Vans bei 12,6%
  • Transformation beschleunigt: Nachfrage nach Top-End- und Elektrofahrzeugen wächst stark, Markteinführung EQE und neue Batteriefabrik in den USA speziell für EQS-SUV eröffnet
  • Meilenstein erreicht: Vision EQXX setzt mit über 1.000 Kilometern Reichweite neuen Maßstab, hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 geht in Produktion
  • Gesunde Bilanz: Free Cash Flow des Industriegeschäfts erreicht 1.216 Mio. €, Nettoliquidität des Industriegeschäfts bei 22.706 Mio. €
  • Ausblick 2022: Bestätigung der Group KPIs trotz geopolitischen Gegenwinds

Die Mercedes-Benz Group AG (Börsenkürzel: MBG) erzielte im ersten Quartal 2022 ein starkes Finanzergebnis. Treiber hierfür waren vor allem ein starker Fokus auf Top-End-Fahrzeuge und Premium-Vans, eine verbesserte Preisdurchsetzung sowie anhaltende Kostendisziplin. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass die bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars im ersten Quartal auf 16,4% und bei Mercedes-Benz Vans auf 12,6% stieg. Gleichzeitig belasteten die COVID-19-Pandemie, die Lieferengpässe bei Halbleitern sowie der Ukraine-Konflikt weiterhin das Geschäft.

„In diesem anspruchsvollen Umfeld sind Widerstandsfähigkeit und Preisdurchsetzung besonders wichtig. Unser verstärkter Fokus auf begehrenswerte Top-End- und Elektrofahrzeuge in Kombination mit anhaltender Kostendisziplin hat es uns ermöglicht, trotz heftigen Gegenwinds ein starkes Ergebnis zu erzielen“, sagt Harald Wilhelm, Finanzvorstand der Mercedes-Benz Group AG. „Auf dieser Basis setzen wir unsere Transformation erfolgreich fort, insbesondere den Ausbau des Luxussegments, den Hochlauf der Produktion unserer Elektrofahrzeuge sowie die Beschleunigung unseres Softwaregeschäfts.“

Der Konzern-EBIT stieg um 11% auf 5,2 Mrd. € (Q1 2021: 4,7 Mrd. €). Das Ergebnis wurde durch einen Gewinn von 918 Mio. € aus dem Verkauf der kanadischen Niederlassungen sowie aus dem Verkauf von MB Grand Prix-Anteilen beeinflusst. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von 709 Mio. €, die aus der Anpassung der industriellen Geschäftstätigkeit in Russland resultieren, sowie Aufwendungen in Höhe von 281 Mio. € im Zusammenhang mit Dieselfahrzeugen.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Mercedes-Benz den Export von Pkw, Vans und Ersatzteilen nach Russland ausgesetzt und die lokale Produktion eingestellt. Darüber hinaus steht das Unternehmen in engem Kontakt mit Lieferanten, die in der Ukraine tätig sind, um die Lieferketten abzusichern. Dazu gehört unter anderem die Verlagerung der Produktion an andere Standorte innerhalb des Lieferantennetzwerks. Mercedes-Benz hat darüber hinaus die Schichtpläne in einigen Werken angepasst und nutzt sein flexibles Fertigungssystem, um Ausfallzeiten zu vermeiden und die Produktion aufrechtzuerhalten.

Mercedes-Benz bekräftigt seinen Führungsanspruch im Zeitalter der Elektromobilität. Im April überzeugte die Effizienz des Mercedes-Benz Vision EQXX unter Realbedingungen mit einer Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern bei nur einer Akkuladung. Zudem wurde der EQS SUV vorgestellt und der EQE im Markt eingeführt. Kurz zuvor eröffnete Mercedes-Benz als einen weiteren Meilenstein der diesjährigen weltweiten Produktoffensive bei Elektrofahrzeugen ein neues Batteriewerk in den USA.

Mercedes-Benz Group*

Q1-2022

Q1-2021

Veränd. 22/21

Umsatz**

34.858

32.882

+6%

EBIT**

5.229

4.701

+11%

EBIT bereinigt**

5.301

4.444

+19%

Konzernergebnis**

3.586

3.470

+3%

Netto-Liquidität (Industriegeschäft 31.3)**

22.706

Free Cash Flow (Industriegeschäft)**

1.216

1.297

-6%

Free Cash Flow (Industriegeschäft) bereinigt**

1.210

2.505

-52%

Ergebnis je Aktie (EPS) in €

3,26

3,18

+3%

*  aus fortgeführten Aktivitäten

**in Millionen €

   

Investitionen, Free Cash Flow und Liquidität

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich auf 1.216 Mio. € (Q1 2021: 1.297 Mio €). Der bereinigte Free Cash Flow des Industriegeschäfts betrug 1.210 Mio. € (Q1 2021: 2.505 Mio. €). Die Nettoliquidität des Industriegeschäfts kam auf 22.706 Mio. € (Ende 2021: 21.005 Mio. €). Die Investitionen des Konzerns in Sachanlagen beliefen sich im ersten Quartal auf 855 Mio. € (Q1 2021: 1.186 Mio. €). Davon entfielen 0,8 Mrd. € (Q1 2021: 1,1 Mrd. €) auf Mercedes-Benz Cars und 18 Mio. € (Q1 2021: 29 Mio. €) auf Mercedes-Benz Vans.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 1.979 Mio. € (Q1 2021: 2.414 Mio. €), einschließlich notwendiger Anschubinvestitionen für zukünftige Produkte. Mit 1,9 Mrd. € (Q1 2021: 1,9 Mrd. €) entfiel ein Großteil der Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf Mercedes-Benz Cars. Mercedes-Benz Vans hatte im Berichtsquartal Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Höhe von 84 Mio. € (Q1 2021: 119 Mio. €).

Mercedes EQS SUV (X296)
Mercedes EQS SUV startet im 2. Halbjahr 2022

Mercedes mit Porsche Rendite

Trotz starker Nachfrage sank der Absatz von Mercedes-Benz Cars um 10% auf 487.008 Fahrzeuge (Q1 2021: 538.869). Gründe hierfür sind vor allem Lieferengpässe bei Halbleitern, COVID-19-Lockdowns sowie Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Dennoch stieg der Umsatz um 8%, was die starke Preisdurchsetzung sowie den verbesserten Produktmix auch in volatilen Märkten unterstreicht. Auslieferungen von Top-End-Fahrzeugen, zu denen Mercedes-Maybach, Mercedes-AMG, G-Klasse, S-Klasse, GLS und EQS gehören, stiegen im gleichen Zeitraum um 5% auf 78.000 Fahrzeuge. Top-End-Fahrzeuge machen somit 16% des Gesamtvolumens aus. Die Verkäufe von Mercedes-Benz Cars Plug-in- und vollelektrischen Fahrzeugen stiegen im Berichtsquartal um 19% auf 74.000 Fahrzeuge.
Dies führte zu einem Anstieg des bereinigten EBIT um 21% auf 4.243 Mio. € und einer bereinigten Umsatzrendite von 16,4%. Das bereinigte CFBIT verringerte sich auf 1,7 Mrd. €, was hauptsächlich auf Working-Capital-Effekte zurückzuführen ist. Diese Effekte sind bedingt durch den Halbleitermangel sowie Herausforderungen in der Logistik-Kette im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der Situation in China.

Weniger MFA2 Modelle dafür mehr S-Klassen verkauft

Mercedes-Benz Cars Ausblick auf 2022


Mercedes-Benz Cars erwartet weiterhin ein leichtes Absatzplus und eine bereinigte Umsatzrendite (RoS) zwischen 11,5 und 13%, wobei die Umsatzrendite für das gesamte Jahr am oberen Ende dieser Spanne liegen sollte. Es wird erwartet, dass Preise und Modellmix auf einem hohen Niveau bleiben, getrieben von einem Wachstum der Top-End-Fahrzeuge von mehr als 10% im Vergleich zum Vorjahr.
Mercedes-Benz erwartet weitere Rohstoff- und Inflationsrisiken für den Rest des Jahres. Das Ziel ist es weiterhin, diese Risiken durch starke Preisdurchsetzung zu kompensieren. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben werden voraussichtlich leicht über dem Vorjahresniveau liegen, insbesondere aufgrund der Entwicklung der Plattformen MMA und AMG.EA. Die Investitionen in Sachanlagen werden voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres liegen anstelle leicht darüber.

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