smart #5 BRABUS der Spaßweltmeister

jesmb testet den smart #5 BRABUS mit 646 PS und 400 kW Ladepower


Da steht er nun der smart #5 BRABUS mit 646 PS, 710 NM (vorne ASM hinten PSM Maschine). Seine 94 kWh große Batterie beschert ihm eine Reichweite von 540 km nach WLTP. Die Fahrleistungen sind für einen Mittelklasse-SUV mit 3,8s von 0-100 km/h überirdisch.


Sein Design ist besonders. Er ist nicht auf Mainstream getrimmt, steht stämmig und markant da. Der smart #5 hat eine schön ausmodulierte Schulter und steht aufrecht. Parkt man neben einen stark abgerundeten Marktbegleiter (bspw. aus Ingolstadt) fällt auf, der smart steht sehr selbstbewusst auf seinen schicken 255er 21 Zoll Reifen. Rücken gerade, Brust raus! Den Spruch hat man früher immer als Kind gehört und so steht der smart #5 BRABUS da. Er macht sich nicht krumm für den Wind. Mit seinen 646 PS hat er auch keine Angst vor ihm.


Sein Design wirkt zeitloser, es wird auch noch in mehreren Jahren frisch und neu sein.

Fahrleistungen: tolle Traktion, brutale Beschleunigung


Die 646 PS im BRABUS Modus sind sehr direkt angebunden. Die 255er breiten Vorder- und Hinterreifen haben keine Probleme die schiere Kraft auf die Straße zu bringen. Auch auf der Autobahn beamt der BRABUS einen zügig auf Vmax (210 km/h).


Im Alltag (Comfort Modus) wird die Leistung reduziert, so kann man in der Stadt immer leichtfüßig dem Verkehr folgen ohne Angst haben zu müssen, bei einem im Kofferraum zu landen.
In Summe machen die 646 PS viel Freude. Gerade auf der Landstraße sind sie ein echter Sicherheitsgewinn. Man kann den Überholweg maximal verkürzen.


Die schiere Beschleunigung aus dem Stand dagegen ist so stark, dass sie nicht für jeden Beifahrer geeignet ist.

Die Fahrsound sind lustig für die Kurzstrecke


Der smart #5 BRABUS bietet verschiedene Fahrsounds. Die virtuellen Raumschiffklänge (Sound abhängig von der Gaspedalstellung) sind lustig und machen mal Spaß für den Weg zur Arbeit. Das virtuelle Motorengeräusch überzeugt nicht ganz so. Auf der Langstrecke würde ich aber alle Sounds deaktivieren, allein auch deshalb, weil der smart #5 BRABUS so schön leise ist. Trotz des markanten Designs und der relativ steil stehenden Windschutzscheibe ist der #5 sehr gut geschützt gegen Windgeräusche.

smart #5 BRABUS
Das BRABUS Logo wird auf den Boden projiziert

smart #5 BRABUS Fahrwerk: überraschend komfortabel


Vermutet man bei einem Pkw mit 646 PS ein komfortables Fahrwerk? Eigentlich nicht! Der #5 BRABUS bietet ein komfortables Fahrwerk, was aber gleichzeitig eine gute Traktion bietet. Die 21 Zoll Felgen haben noch eine ausreichend hohe Reifenflanke das man auch bei Schlaglöchern einen sehr guten Komfort genießt. Man hat den Eindruck, dass die Räder so groß sind, dass sie gar nicht in das Schlagloch fallen. Auch auf einer kurvigen Landstraße macht der #5 BRABUS Spaß. Er ist aber kein Sportwagen. Bei schnelleren Spurwechseln auf der Autobahn merkt man eine gewisse Seitenneigung/wanken.

smart #5 BRABUS
255er rundum in 21 Zoll

smart #5 Verbrauch – effizient für die Fahrzeuggröße


Absolut gesehen konsumiert der smart #5 BRABUS – auch weil man die Möglichkeit von 646 PS hat – etwas mehr Strom. smart arbeitet hier mit dem serienmäßig 22 KW AC OBC sowie der 400 kW Schnellladefähigkeit (10-80% nur 18 min) sowie dem 94 kWh großen Akku dagegen. Der smart #5 könnte schon der Neffe von der Mercedes G-Klasse sein. Mit 1,70m Höhe ist er 6-7cm höher als ein Mercedes GLC oder BMW iX3. Die Stirnfläche ist dementsprechend größer und selbst wenn der E-Motor einen Wirkungsgrad von 100% hätten, benötigt man physikalisch mehr Energie. Dazu kommt das Gewicht von 2,4t, welches man Dank der 646 PS nicht merkt.


Wenn man bspw. mit 70-100 km/h gemütlich über Sylt cruist benötigt man lediglich 14,5 kWh pro 100 km (bei diesem Verbrauch käme man 650 km weit). Im normalen Berufsverkehr (City und Landstraße bis 80 km/h) zur Arbeit sind es rund 17 kWh pro 100 km (Reichweite rund 550 km). Bei höherer Geschwindigkeit auf der Autobahn steigt der Verbrauch.


Verschiedene Verbrauchsszenarien:

Verbrauchsmart #5 BRABUS
SzenariokWh/100 kmReichweite in km
gemütliches Cruisen14,6644
Arbeitsweg (City und bis 80 km/h)17553
Landstraße mit 80 km/h (Dänemark, über 77 km ermittelt)15,1623
A7 Autobahn nördlich von Hambur bis Flensburg (162 km) mit 90-150 km/h, 2,25h20,6456
Reise zur Hauptferienzeit mit 3 größeren Staus 8,5h für 646 km 0-216 km/h 22,3422
130 km/h24,5384
150 km/h28,0336
200 km/h55,0171

Dabei gilt für smart das Motto schnell Energieladen geht vor Effizienz. Privatkunden müssen den Strom aber bezahlen. Für Firmenwagenfahrer inkl. Ladekarte ist der smart #5 BRABUS nahezu perfekt. Wenig Geldwertervorteil und kurze Ladepausen.

smart #5 BRABUS Ladepower
smart #5 BRABUS am neuen ionity Schnellladepark mit Alpitronic HYC1000 am Autohof Hamm-Bockum /Werne

Schiere Ladepower Dank 800 Volt

Mit dem smart #5 BRABUS SUV kann man auch auf der Autobahn zügig unterwegs sein, da er extrem flott lädt. Dies gilt nicht nur während einer 2-stündigen Pause in Hamburg wo er mal eben 44 kWh Dank des 22 KW OBC nascht (von 52% auf 94%), sondern insbesondere auch am Schnelllader an der Autobahn. Im Test konnte eine maximale Ladeleistung von 341 kW ermittelt werden. Der Ladehub von 17% auf 72% dauerte lediglich 11 Minuten. Die durchschnittliche Ladeleistung lag bei 282 kW. Bei 72% lag die Ladeleistung noch bei 221 kW. Mit dieser Schnellladefähigkeit eignet sich der smart #5 BRABUS auch für Kunden die sich gar nicht mit der Elektromobilität auseinander setzen wollen, sondern einfach fahren.

Die Verarbeitung ist Klassen höher


Nicht nur die Beschleunigung ist überirdisch, auch die Materialauswahl. Die A-Säulen, der Innenhimmel alles mit Alcantara verkleidet. Auch die Türinnentafeln sind mit hochwertigen Materialien versehen. Auch ganz tief unten die Türtaschen sind mit weichem gummiertem Kunststoff versehen (sowas findet man bei vielen Oberklassen Fahrzeugen nicht).
Die Sitze sind durch den feinen Alcantarabezug sehr angenehm weich in der Haptik. Die Sitzkissen sind etwas weicher ausgelegt als Mercedes. Serienmäßig bietet der smart #5 BRABUS für die Alcantara Sitze eine sehr wirksame 3-stufige Sitzbelüftung. Der Sitz bietet einen sehr schönen Langstreckenkomfort.

Die Rückbank ist ebenso komfortabel. Sie ist elektrisch in der Sitzneigung verstellbar. Die 2,9m Radstand kommen extrem den Fondpassagieren zu Gute. Der smart #5 bietet in Reihe 2 sehr viel Platz. Durch die 1,7m Außenhöhe kann man die Rückbank auf einer angenehmen Höhe platzieren, sodass ein spitzer Kniewinkel im Fond vermieden wird. Aber auch der Beinraum in Reihe 2 ist enorm. Wie auch im smart #1 ist das vordere Radhaus nah (es ist natürlich aufgrund der riesigen Räder auch relativ groß) an den Frontpassagieren. Der Fahrer kann daher das linke Bein nicht so gut ausstrecken, sondern muss es etwas mehr anwinkeln.

smart #5 BRABUS Fond
schönes Ambiente, tolle Haptik und viel Platz

Das riesige Panoramadach verfügt über ein elektrisches Rollo. Dieses fährt beim Verlassen des Fahrzeugs automatisch zu und reduziert damit die Aufheizung des Interieurs. Fährt man auf der Landstraße mit offenem Fenster, aber geschlossenem Rollo flattert es und man sollte es besser öffnen.
Der Kofferraum bietet 520 Liter Kofferraum. Darunter befindet sich noch ein sehr großes 110 Liter Fach. Aufgrund des Allradantriebs beim smart #5 BRABUS ist der Frunk 47 Liter groß (die Heckantriebsversionen haben 72 Liter). Klappt man alle Sitze um kann man bis zu 1.530 Liter laden.
Der 47 Liter Frunk kann sich im Alltag als ganz praktisch erweisen. Macht man einen Zwischenstopp in einer Stadt und lädt an einer 22 KW AC Ladesäule, muss man das Gepäck nicht ausladen, da das Ladekabel gut in den Frunk passt. Aber auch Teilchen vom Bäcker kann man gut im robusten und unempfindlichen kunststoffausgekleideten Frunk transportieren (ohne den hochwertig ausgekleideten Kofferraum voll zu krümmeln).

smart #5 BRABUS Frunk
kleinere Einkäufe gehen in den Frunk

Das Infotainment-System des smart #5


Der smart verfügt über 3 Bildschirme. Dabei ist es ein OLED Centerdisplay mit 13 Zoll sowie ebenfalls einen 13 Zoll OLED Display für den Beifahrer. Als digitales Kombiinstrument wird ein 10 Zoll Display hinter dem Lenkrad verbaut. Hier haben Fahrer und Beifahrer sehr viele Möglichkeiten viele verschiedene Dinge einzustellen. Über das schöne Ambientelicht bis hin zum tollen Sennheiser Soundsystem. Der Centerspeaker fährt schön aus dem Armaturenträger empor. Im Fahrerdisplay kann man zwischen einer kleinen Navikarte, den Radiosendern, einer Vollbildnavikarte oder einer Assistenzansicht wählen.


Das smart #5 BRABUS versteht einige Sprachbefehle ist dabei aber nicht ganz so treffsicher wie das MBUX-System. Auch der smart #5 hat ChatGPT an Bord. Die Witze die das System erzählt sind oft aber genau so komisch wie die vom Mercedes System. Der smart #5 verwendet vermutlich aber ein anderes Modell von ChatGPT, denn das System verweist darauf, dass es aktuelle Ereignisse nicht liefern kann (bspw. auf die Frage wie ist der aktuelle Rheinpegel in Köln). Das sind aber alles nur Kleinigkeiten.


Verbesserungswürdig ist die Autozoom Funktion von der Navikarte im Centerdisplay. Sie zoomt auf der Autobahn zu wenig raus, dass man gar nicht genau sieht wo man ist. Macht man dies manuell, zoomt er nach 10s wieder rein.


Wünschenswert wäre auch eine funktionierende Ladeplanung um die perfekte Ladepower von 400 kW auch ausnutzen zu können. Ladeparks können manuell gesucht werden. Teilweise werden dann einem aber auch Ladeparks auf der gegenüberliegenden Raststätte angezeigt. Hier ist viel manuelle Eingabe nötig, was bei der Fahrt etwas ablenkt.


Die Geschwindigkeitswarnung, die von der EU vorgeschrieben ist, kann über ein Shortcut in die Leiste gelegt werden, ansonsten ist es etwas umständlich. Im smart #5 bimmelt etwas mehr. Das könnte etwas dezenter sein. Wenn der smart Pilot (Distronic) sich vor einem Kreisverkehr abschaltet, oder er die Spurführung nicht mehr erkennt, weil eine Spurmarkierung fehlt, wird dies immer durch einen Gong untermalt.

Das Head-Up Display des smart #5 überzeugt nicht nur durch viele Angaben wie erlaubte Geschwindigkeit und aktuelles Tempo, sondern zeigt in Piktogrammen auch die richtigen Fahrspuren an. Des Weiteren gibt es eine kleine augmented Reality Darstellung von animierten Pfeilen in welche Straße man abbiegen muss.

smart #5 BRABUS Head-Up Display
smart #5 Head-Up Display mit Augmented Reality Abbiegepfeilen (animiert)

Solide Leistung der Fahrassistenzsysteme


Erkennt der smart #5 eine Parklücke parkt er mit 2 km/h ein. Das funktioniert gut. Er schaltet dafür sogar die Warnblinker ein.


Der smart Pilot arbeitet sehr anständig und solide bis 150 km/h. Danach muss man selbst fahren (ein deutsches Problem). Kurzes Antippen der Taste auf der Lenkradspange erhöht die Geschwindigkeit um 1 km/h, längeres in 5 km/h Schritten. Die erkannten Geschwindigkeitslimits können auch für den smart Pilot automatisch übernommen werden. Der smart macht auch hier eine soliden Job, auch wenn er nicht immer alle Limits korrekt erkennt.

smart #5 BRABUS 360 Grad Kamera
smart #5 360 kamera mit verschiedenen Ansichten, Auflösung könnte etwas besser sein, Bild bei Nacht etwas dunkel

Der smart Pilot fehlt im Vergleich zu den aktuell modernsten Systemen folgende Punkte:

  • Der smart Pilot überholt auf der Autobahn rechts
  • Im Stau bildet er keine Rettungsgasse
  • Der smart Pilot wird nicht mit Navikarten Daten versorgt, er bremst ohne Vordermann nicht vor einem Kreisverkehr oder eine T-Kreuzung

Ansonsten lenkt das System auch auf der Landstraße sehr schön. Fehlt eine Spurmarkierung fühlt er sich jedoch nicht mehr wohl und bittet den Fahrer zu übernehmen.

smart bringt den Knight Rider zurück 😉

 

Weitere Informationen zur smart #5 BRABUS Fahrt Köln – Römö:

Mit 646 PS im smart #5 BRABUS nach Rømø

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7 Responses

  1. Schöner und realitätsnaher Bericht. Danke!
    Jedoch eine Anmerkung: Wir waren kürzlich bei wärmerem Wetter mit viel Sonne auf einer längeren Strecke unterwegs. Der Frunk wurde dabei im CLA EQ 250 + recht warm. Definitiv wärmer als handwarm. Ich hatte schon leichte Bedenken wegen unserer Wanderschuhe, die wir im Frunk verstaut hatten. Für Lebensmittel ist der klimatisierte Innerraum definitiv besser geeignet. Außer für Pizza. 😂

  2. Geht gut nach Vorne das Teil, wobei ich den Durchzug vor allem gut empfand. Die Beschleunigung aus dem Stand ist gut, allerdings spürt man das nicht die volle Leistung freigegeben wird.
    Der Vorteil der hohen Ladeleistung und des großen Akkus werden vom Verbrauch zunichte gemacht. Unter 30kw/h war es im Mix schwierig zu bleiben. Unter dem Strich viel Ausstattung und Leistung für das Geld, gerade im Vergleich zum Bruder bei Mercedes.

  3. Korrekt. Sehr gute Ausstattung.
    Ich fand den Grip auf trockener Straße sehr gut.
    Welches Auto hat für 60.900 EUr abzgl. der smart Prämie für 6000 EUR. D.h. mit Überführungskosten (glaube 850 EUR) = 55.750 EUR über 600 PS ?
    ChatGPT konnte mir keins raussuchen…
    Kennt ihr eins?

  4. Meine Erfahrung mit dem Fahrzeug: bei höheren Geschwindigkeiten bedenklicher Geradeauslauf, ständig Lenkkorrekturen nötig. Vielleicht hatte ich auch nur ein Montagsfahrzeug erwischt

  5. Bis in ca. 2 Jahren steht ein Fahrzeugwechsel an. Wenn Smart es schafft, die Anhängelast auf 1.700 oder 1.800 kg zu erhöhen (der Daimlerbruder kann 2.000 kg, sollte also machbar sein) und dann noch V2H (sogenanntes bidirektionales Laden) ermöglicht, dann ist das mein nächster.
    Was ich vom Smart #5 Brabus bisher gesehen und gelesen habe, macht Appetit. Design gefällt (nur Innen wäre eine helle Variante auch schön), schöner als der Daimlerbruder, besonders die Front gegenüber dem Nasenbär von Daimler. Mal sehen was eine Probefahrt sagt.

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