Mercedes AMG ONE fährt über 350 km/h

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Der Marktstart des AMG ONE ist 2021 – das über 1.000 PS starke Hybrid Supercar fährt schneller als 350 km/h

Lange mussten die gut betuchten 275 Kunden des 2,75 Mio. EUR (netto) teuren AMG ONE warten. Nun in 2021 wird das über 1.000 PS starke, über 350 km/h schnelle Hybrid Supercar endlich ausgeliefert.

Motor startet nur mit vorgeheiztem Katalysator

Das Problem welches die Verzögerung verursachte, war das der 1,6 Liter V6-Turbo F1-Motor mit seiner hohen Leerlaufdrehzahl so seine Probleme mit den RDE (Real-Driving-Emissions) auf der Straße hatte. Neben dem normalen 12 Volt Bordnetz ist der Hybrid-Renner auch mit einem 800 Volt Bordnetz für die 4 Elektromotoren (3*163 PS + 122 PS am Turbolader (MGU-H) ausgerüstet. Nun ist dazu noch ein drittes Bordnetz mit 48 Volt hinzugekommen. Es dient allein der Abgasnachbehandlung. Um den Formel 1 Motor zu starten muss der Katalysator vorgeheizt werden. Dazu gibt es ein Gebläse sowie 16 Heizscheiben mit insgesamt 16 KW Leistung. Man muss also vor dem Motorstart erstmal etwas warten oder elektrisch losfahren (25 km Reichweite).

Die Daten im Überblick

 

Showcar Mercedes-AMG Project ONE

Antrieb Hinterachse

1,6-Liter-V6 mit Direkteinspritzung, vier Ventilen pro Zylinder, vier obenliegenden Nockenwellen und elektrisch unterstützte Single-Turboaufladung sowie einem mit der Kurbelwelle verbundenem E-Motor

Hubraum

1.600 cm3

Leistung Antrieb Hinterachse

> 500 kW

Leistung Antrieb Vorderachse

2 x 120 kW

System-Leistung

> 740 kW (> 1.000 PS)

Elektrische Reichweite

25 km

Antrieb

Variabler Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ mit hybrid-angetriebener Hinterachse, elektrisch angetriebener Vorderachse und Torque Vectoring

Getriebe

Automatisiertes AMG SPEEDSHIFT 7-Gang-Schaltgetriebe

Beschleunigung 0-200 km/h

< 6 s

Höchstgeschwindigkeit

> 350 km/h

Das Formel 1 Getriebe hat in der Serienversion des ONE nur noch 7 statt 8 Gänge.

Der erste Gang ist so ausgelegt, dass der ONE mit über 1.000 PS Systemleistung 100 km/h erreicht und somit kein Schaltvorgang die Beschleunigung unterbricht. Die Sprintdisziplin auf 100 km/h soll der AMG ONE so in unter 3 Sekunden absolvieren.

 

Der Antrieb: ein Turbomotor und vier Elektromaschinen

Der High Performance Plug-in-Hybrid Antrieb des Mercedes-AMG Project ONE stammt direkt aus der Formel 1 und wurde in enger Zusammenarbeit mit den Motorsport-Experten von Mercedes-AMG High Performance Powertrains in Brixworth realisiert. Er besteht aus einer hochintegrierten und intelligent miteinander vernetzten Einheit aus Hybrid-Turbo-Verbrennungsmotor mit insgesamt vier Elektromaschinen: Eine ist im Turbolader integriert, eine befindet sich direkt am Verbrennungsmotor und ist mit der Kurbelwelle verbunden, zwei weitere treiben die Vorderräder an.

Der 1,6-Liter-V6-Hybrid Benzinmotor mit Direkteinspritzung und elektrisch unterstützter Single-Turboaufladung kommt direkt aus dem Mercedes-AMG Petronas Formel 1-Rennwagen. Die vier obenliegenden Nockenwellen werden über Stirnräder angetrieben. Um ein hohes Drehzahlniveau zu erreichen, sind die mechanischen Ventilfedern durch pneumatische Ventilfedern ersetzt. Das in Mittelmotorposition vor der Hinterachse eingebaute Triebwerk dreht daher auch mühelos bis zu 11.000/min, was für ein Straßenfahrzeug derzeit einzigartig ist. Für längere Haltbarkeit und die Verwendung von handelsüblichem Super plus Benzin statt Rennkraftstoff bleibt es jedoch bewusst unter dem F1-Drehzahllimit.

Die Elektromotoren an der Vorderachse sind ebenfalls wahre Drehzahlwunder mit Rotorumdrehungen bis zu 50.000/min – derzeitiger Stand der Technik ist eine Drehzahl von 20.000/min.

Das Hochdrehzahltriebwerk wird durch einen Hightech-Turbolader zusätzlich beflügelt. Abgas- und Verdichter-Turbine sind voneinander getrennt mit optimaler Position zur Abgas- und zur Ansaugseite des V6-Motors positioniert und durch eine Welle miteinander verbunden. Auf dieser Welle befindet sich ein ca. 90 kW starker Elektromotor, der je nach Betriebszustand die Verdichter-Turbine mit 100.000/min elektrisch antreibt – beispielsweise beim Anfahren oder nach Lastwechseln. Die Formel 1-typische Bezeichnung dieser Einheit lautet MGU-H (Motor Generator Unit Heat).

Blitzschnelles Ansprechen, schneller als ein V8-Saugmotor

Größter Vorteil: Das Turboloch – also das verzögerte Ansprechen auf Fahrpedalbefehle bedingt durch die Trägheit des großen Laders – wird komplett eliminiert. Die Ansprechzeit wird stark reduziert und ist noch kürzer als bei einem V8-Saugmotor. Der elektrische Turbolader hat noch einen weiteren Vorzug: Er nutzt einen Teil der überschüssigen Energie aus dem Abgasstrom, um als Generator elektrische Energie zu erzeugen und diese entweder per Rekuperation in der Hochvolt Lithium-Ionen-Batterie zu speichern oder als zusätzlichen Vortrieb einem weiteren Elektromotor zuzuführen. Dieser leistet 120 kW, ist direkt am Verbrennungsmotor positioniert und über einen Stirnradantrieb mit der Kurbelwelle verbunden (MGU-K = Motor Generator Unit Kinetic) – ebenfalls eine Technologie, die in der Formel 1 für höchste Effizienz und Performance sorgt.

Mercedes-AMG E-Performance
Der AMG ONE ist direkt aus der Formel 1 abgeleitet

Neuer Allradantrieb mit rein elektrisch angetriebener Vorderachse

Hinzu kommen werden zwei weitere, je 120 kW/163 PS starke Elektromotoren an der Vorderachse. Sie sind mit je einem Untersetzungsgetriebe mit den Vorderrädern verbunden. Die rein elektrisch angetriebene Vorderachse wird das individuelle Beschleunigen und Abbremsen jeweils radselektiv und damit eine individuelle Drehmomentverteilung für besonders hohe Fahrdynamik („Torque Vectoring“) ermöglichen. Außerdem lässt sich mit den Achsmotoren auch die Bremsenergie optimal zur Rekuperation nutzen, und zwar unter Alltagsfahrbedingungen voraussichtlich bis zu 80 Prozent. Diese Energie wird in der Batterie gespeichert und steht für eine längere elektrische Reichweite zur Verfügung. Jeder Elektromotor wird von einer eigenen Leistungselektronik gesteuert, die in räumlicher Nähe zu den E-Maschinen im Wagenboden platziert ist.

Spitzenwert beim thermischen Wirkungsgrad

Der thermische Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors mit elektrischem Turbolader (MGU-H) in Verbindung mit dem Elektromotor an der Kurbelwelle (MGU-K) wird über 40 Prozent erreichen. Das ist ein für Serienfahrzeuge bisher unerreichter Spitzenwert und beweist die führende Stellung des Antriebsstrangs auch beim Thema Effizienz. Das bedeutet: Aus jedem Liter Kraftstoff gewinnt das Showcar deutlich mehr Energie für den Vortrieb als andere Automobile. Es ist damit gleichermaßen sparsam wie leistungsstark. Zum Vergleich: Der thermodynamische Wirkungsgrad herkömmlicher Verbrennungsmotoren liegt bei rund 33 bis 38 Prozent.

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