Mercedes erhöht weiter den Druck auf deutsche Beschäftigten

Bei der  Betriebsversammlung bestätigt Mercedes das zwei Werke in Deutschland zu Disposition stehen könnten


Die Auseinandersetzungen zwischen Mercedes-Benz und den Arbeitnehmern geht weiter.
Mercedes wollte ursprünglich die Wochenarbeitszeit von 35 Stunden auf 40 Stunden anheben und das ohne Lohnausgleich.


Inzwischen heißt es man wolle die Arbeitszeit „nur“ noch auf 38 Stunden anheben und Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld.


Gemäß Mercedes-Benz kostet eine Arbeitsstunde in den deutschen Werken rund 50 EUR, während man am US Standort Tuscaloosa rund 40 EUR bezahlt. In Rumänien, wo die Mercedes Tochter Star Transmission bzw. Star Assembly neben dem eATS2.0 für GLC und C-Klasse auch Getriebe produziert, kostet die Stunde nur ca. 10 EUR. In Summe spricht Mercedes von rund 82% geringeren Kosten in Rumänien.

Mercedes eATS 2.0 Fertigung
eATS2.0 Fertigung in Stuttgart Untertürkheim für CLA und Co

Falls die der Betriebsrat sich nicht auf ein Sparpaket einlassen wolle, würde sich Mercedes perspektivisch von einem Pkw Montage Werk sowie einem Powertrain Werk in Deutschland trennen.


Für die deutschen Werke gilt die ZuSi 2035. Dabei wird bis zum 31.12.2034 von betriebsbedingten Kündigungen abgesehen.


Auch durch die Verlagerungen von Produktionsumfängen in das neue Montagewerk nach Ungarn und ab Ende 2027 nach USA (GLC Produktion für die USA nach Tuscaloosa, aufgrund der Einfuhrzollthematik mit den USA) sind die deutschen Werke nicht mehr ausgelastet.
Die elektrische C-Klasse wird nun in Ungarn gebaut. Die Mini G-Klasse wird ebenfalls dort vom Band laufen.

Der Betriebsrat kann daher nicht nachvollziehen, wie man die Auslastung der deutschen Werke durch Erhöhung der Wochenarbeitszeit erreichen kann.


Der Plan von Mercedes wird vermutlich sein, durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden (+8,6%) im gleichen Umfang Personal über die natürliche Fluktuation (Renteneintritte) abzubauen bzw. dann nicht mehr nachzubesetzen. Gerade in den nächsten Jahren gehen viele Geburtenstarke Jahrgänge in Rente.


In Summe reduziert man damit die Lohneinzelkosten je Fahrzeug an den deutschen Standorten.
Die schwierige Situation in China für alle deutschen Autohersteller erhöht den Druck auf das Mercedes Management Kosten einzusparen.


Der Betriebsrat sieht die Zwickmühle und will daher nur Zugeständnisse machen, wenn die deutschen Standorte weitere Zusicherungen und Investitionszusagen erhalten. Mit einer schnellen Einigung ist daher vermutlich nicht zu rechnen.

Der Betriebsrat führt für den Standort Stuttgart Untertürkheim zwei positive Verhandlungsergebnisse an (die in der jüngeren Vergangenheit erzielt wurden):

  • Untertürkheim hat die Zusage für die Produktion des neuen Integrierten Starter Generation der Generation 2.1 erhalten. Hier werden ab / im Laufe des Jahres 2027 rund 500.000 Einheiten vom Band laufen
  • Nachdem Untertürkheim eigentlich beim eATS2.0 die MMA Version und die EVA2M eATS2.0 Large Modelle produzieren sollte, bekommt man nun auch Teile vom eATS2.0 MB.EA-M für C-Klasse und GLC zugeteilt und produziert diese parallel zu Sebes (Rumänien).

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7 Responses

  1. Und Kunden müssen lange auf einen neuen GLC oder eine C-Klasse warten. Bestimmte Varianten sind gar nicht bestellbar. Die ganze Sache stinkt zum Himmel. Das Interesse an den neuen Elektroautos der Spitzenklasse ist enorm, aber Mercedes liefert viel zu wenige aus und will sogar Werke schließen. Das ist katastrophales Management!

    1. Korrekt! Als die Werke noch ordentlich ausgelastet waren, waren die Betriebspunkte ja in Ordnung. Ja, die Beschäftigten verdienen wirklich gut, aber auch sie haben zu den Milliardengewinnen der letzten Jahre beigetragen. Hier geht es um das Ausbaden von Managementfehlern und ehrlicherweise auch ein Stück weit um die Problematik der immer höher werdenden Steuern und Sozialabgaben in Deutschland.

      1. Ja das ist sicherlich auch nicht falsch.
        Denke das China Problem hat nichts mit Managementfehlern zu tun.
        Erst A-KLasse einstellen, dann kommt sie doch in 2028.
        Erst E-Klasse nicht mehr als Taxi, jetzt gibt sie wieder als Taxi.

        Aber diese beiden Gründe sind doch für China irrelevant.
        Alle Deutschen Autohersteller leiden in China. Egal wie gut die Produkte sind.
        Wenn man früher 600.000 Fahrzeuge in China verkauft, die die Entwicklungskosten auf mehr Autos verteilen, konnte man sich so manches „leisten“.
        Sieht man ja auch bei VW.
        Jetzt ist das vorbei und man muss in Europa jeden Stein umdrehen.

        Es ist ist in Summe sehr unschön, aber die Chinesen wollen jetzt ihre eigenen Autos kaufen, so wie wir auch gerne unsere eigenen Produkte kaufen.

        1. Dann sollte man die Chinesischen Werke schließen und nicht die europäischen, die laufen. Außerdem könnten die Autos besser performen, wenn die Qualitätsanmutung,Design und Ausstattung stimmt. Der GLC scheint ja ganz gut anzukommen, auch wenn hier auch noch Verbesserungspotential gibt, der viel zu teure CLA (Für das was man bekommt) dagegen verkauft sich halt 0.

          1. Ja gut in China gibt es halt keinen Kündigungschutz, da werden die Leute einfach gekündigt ohne Abfindung. Das macht man ja auch….
            Auch Händler werden gekündigt, da man zu wenig Autos verkauft…

  2. Ja das liegt sicherlich an dem Engpass an Batterien.
    Das CATL Werk in Ungarn geht jetzt erst in den Testbetrieb. Das ist ein halbes Jahr hinter dem Plan.
    Aktuell müssen die Zellen aus China geliefert werden.

    Für die C-KLasse ist die Lieferzeit bei Q1 2026.

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